Spaniens Rechte greift Bischof wegen Äußerungen zu Migration an

Mazuelos hofft auf Worte des Papstes

Nach seiner Forderung nach Mitgefühl für Bootsmigranten steht Bischof José Mazuelos in der Kritik der Rechtspartei Vox. Der Bischof mahnt vor dem Papstbesuch Menschlichkeit an, während Politiker ihm Realitätsferne vorwerfen.

Migranten auf dem Mittelmeer / © Santi Palacios (dpa)
Migranten auf dem Mittelmeer / © Santi Palacios ( dpa )

Wegen seiner Äußerungen über fehlendes Mitgefühl für afrikanische Bootsmigranten wird der katholische Bischof José Mazuelos von der spanischen Rechtspartei Vox angegriffen. 

Der Bischof der Kanarischen Inseln hatte am Mittwoch bei der Vorstellung des für Juni geplanten Besuchsprogramms von Papst Leo XIV. seine Hoffnung bekundet, der Papst werde durch seine Anwesenheit auf den spanischen Atlantikinseln "Licht auf diese Realität werfen". Er sprach von harten Lebensbedingungen der Bootsmigranten – und über jene, die auf dem Seeweg zu den vor Westafrika liegenden spanischen Ferieninseln ums Leben kommen. 

Vulkan Teide und Küstendorf mit Meeresklippen und Kakteen im Vordergrund, Teneriffa, Kanarische Inseln, Spanien / © Lizaveta_K (shutterstock)
Vulkan Teide und Küstendorf mit Meeresklippen und Kakteen im Vordergrund, Teneriffa, Kanarische Inseln, Spanien / © Lizaveta_K ( shutterstock )

Zu kritischen Stimmen in Spanien, die gegen eine Aufnahme der illegal ankommenden Migranten sind, sagte der Bischof, man sollte die Kritiker für fünf Tage in eines der Boote setzen, damit sie verstünden, was die Betroffenen durchmachten. "Sie müssen natürlich aufgenommen und versorgt werden. Wer Christ und Mensch sein will, muss sich um sie kümmern", betonte Mazuelos. Rechtspopulisten sind erzürnt Mazuelos vermied es zwar, konkret politische Parteien zu nennen, doch offenbar fühlte sich die rechtspopulistische Vox angesprochen.

Vox-Chef Santiago Abascal warf dem Bischof vor, "von illegaler Einwanderung zu profitieren". An die Adresse Mazuelos gerichtet, erklärte der Politiker: "Sie sollten aus ihrem Palast herauskommen und die Folgen für die Spanier selbst erleben." Die Kanarischen Inseln sind seit Jahren Ziel Tausender Migranten aus Zentral- und Westafrika. 

Vor allem die Betreuung der zunehmenden Zahl unbegleiteter minderjähriger Migranten stellt die Inselregierung, aber auch die kirchlichen Hilfsorganisationen wie die Caritas vor immer größere Probleme. Die Vox-Partei spricht sich für eine restriktivere Asylpolitik und Massenabschiebungen aus. Unterdessen sprach sich Bischof Mazuelos dafür aus, den Papstbesuch auf den Kanaren beim Thema Migration nicht "als politische Waffe gegen die eine oder andere Seite zu missbrauchen". 

Kirche in Spanien

Kirche in Spanien hat zwei Gesichter: Zum einen ist Spanien ein traditionell katholisches Königreich - etwa ab 380 war das Christentum im Römischen Reich endgültig Staatsreligion, also auch in der Provinz Hispanien - in dem die Osterprozessionen jedes Jahr tagelang inbrünstig und mit eindrucksvollen Kutten zelebriert werden; wo jede Stadt und Gemeinde einen eigenen Feiertag hat, der dem Stadtheiligen gewidmet ist und imposante Kathedralen zum Weltkulturerbe zählen; ein Land, in dem die katholische Vereinigung Opus Dei gegründet wurde und mit eigenen Universitäten und mächtigen Mitgliedern i

Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres (shutterstock)
Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres / ( shutterstock )
Quelle:
KNA