Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, hat die Kritik von US-Präsident Donald Trump am Papst zurückgewiesen. "Papst Leo XIV. in diesen Tagen seiner Friedensmission von Algerien durch den afrikanischen Kontinent derart politisch von einer Seite belehren zu wollen, ist inakzeptabel", sagte Wilmer laut Redemanuskript am Mittwochabend in Berlin.
"Es bleibt zu hoffen, dass die Weltgemeinschaft das diplomatische und pastorale Wirken des Heiligen Vaters weiter in der Weise anerkennt, wie es angemessen ist, und nicht wie es von partikularen Interessen großer Mächte in Misskredit gebracht wird."
Am vorvergangenen Wochenende hatte Trump den Papst auf seiner Social-Media-Plattform "Truth Social" unter anderem als eine "Katastrophe" in der Außenpolitik bezeichnet, nachdem das Kirchenoberhaupt den Angriff der USA und Israels auf den Iran als "wahrlich inakzeptabel" verurteilt hatte.
Vatikanische Diplomatie als Brücke für Verständigung und Frieden
In den darauffolgenden Tagen hatte Trump sein Papst-Bashing weiter fortgesetzt und wurde weltweit dafür kritisiert. Zudem postete er zwei KI-generierte Bilder: Das eine zeigte ihn selbst als jesusähnliche Figur, das andere in inniger Umarmung mit Jesus vor der amerikanischen Flagge. Bedeutung der vatikanischen Diplomatie Wilmer hob in seiner Ansprache die Bedeutung der vatikanischen Diplomatie hervor. Sie sei eine Brücke zu Verständigung und Frieden.
Er sei dankbar für die Friedensbemühungen des Papstes, "die wir auch durch andere Auffassungen aus Washington in keiner Weise gering schätzen". Der Hildesheimer Bischof äußerte sich bei einem Empfang zur Verabschiedung von Nuntius Nikola Eterovic, der den Heiligen Stuhl seit 2013 als Botschafter in Deutschland vertreten hat. Mit 75 Jahren scheidet er altersbedingt aus dem diplomatischen Dienst aus.