Am achten Tag seiner Afrikareise besucht Papst Leo XIV. am Montag in Angola ein wichtiges Zentrum der umstrittenen Diamantenindustrie. In der Stadt Saurimo in der Bergbauprovinz Lunda Sul will er einen Gottesdienst unter freiem Himmel mit Zehntausenden Menschen feiern.
Für das im Bürgerkrieg umkämpfte Diamantengeschäft Angolas ist Saurimo von herausragender Bedeutung. Dort entsteht ein neues Entwicklungszentrum, das unterschiedliche Bereiche der Diamantenindustrie zusammenbringen soll. Angola will durch die industrielle Verarbeitung der Diamanten im eigenen Land größere Teile der Wertschöpfungskette an den kostbaren Edelsteinen für sich abzweigen.
Diamanten und Öl finanzierten den Bürgerkrieg
Angola ist einer der drei größten Diamantenlieferanten unter den Ländern Afrikas. Im Bürgerkrieg von 1975 bis 2002 war der Zugang zu Diamanten und Öl entscheidend für die Finanzierung der jeweiligen Bürgerkriegsarmeen. Bei mehreren früheren Stationen seiner Afrikareise hat der Papst die Ausbeutung der Rohstoffe des afrikanischen Kontinents durch fremde Mächte und die Verwendung der Profite für Kriege scharf kritisiert.
Nach dem Besuch in Saurimo trifft der Papst am Abend die katholischen Bischöfe des Landes in der angolanischen Hauptstadt Luanda. Am Dienstag fliegt er weiter nach Äquatorialguinea, der vierten und letzten Station seiner elftägigen Afrikareise.