Caritas-Dienstgeber kritisieren geplante 1.000-Euro-Entlastungsprämie

Finanzierung nicht geklärt

Auch die Dienstgeberseite der Caritas äußert sich kritisch zu den vorgestellten Plänen des Energie-Sofortprogramms und der Entlastungsprämie von CDU, CSU und SPD. Mitarbeitende freigemeinnütziger Träger könnten leer ausgehen.

Autor/in:
Michelle Mink
Das Reichstagsgebäude in Berlin / © Mikhail Markovskiy (shutterstock)
Das Reichstagsgebäude in Berlin / © Mikhail Markovskiy ( shutterstock )

Die Caritas-Dienstgeber haben die geplante 1.000-Euro-Entlastungsprämie der Bundesregierung kritisiert. Es sei unklar, woher dieses Geld kommen soll, sagte Johannes Brumm, Sprecher der Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes, in einem schriftlichen Statement am Freitag in Berlin. Das Ziel, Mitarbeiter wegen der steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten finanziell zu entlasten, sei richtig und wichtig. Die Caritas könne sich – wie viele andere Unternehmen – die Prämie aber schlicht nicht leisten.

Brumm gibt zu bedenken, dass die Dienste der Caritas keine Überschüsse erwirtschafteten, aus denen die zusätzlichen Prämien bezahlt werden könnten. Die sozialen Dienstleistungen, die die Caritas abrechnet, stammten aus den Beiträgen, Entgelten und Abgaben verschiedener Kostenträger. Die Caritas-Dienstgeber fordern daher die Politik zur Finanzierung der Entlastungsprämie auf. Sonst bestehe die Gefahr, dass Mitarbeitende freigemeinnütziger Träger im Hinblick auf die Entlastungsprämie leer ausgehen.

Kritik auch aus der Wirtschaft

Die Caritas gilt als einer der größten nichtstaatlichen Arbeitgeber Deutschlands. Auch der Bund Katholischer Unternehmer kritisiert diese Pläne. Die 1.000-Euro-Prämie sei "reine Symptompolitik", sagte der BKU-Vorsitzende Martin Nebeling im Interview mit DOMRADIO.DE. Die Politik setze auf temporäre Eingriffe, statt auf Strukturreformen. Auch andere Verbände und Unternehmen kritisieren, dass es dafür in der aktuellen Wirtschaftslage keine finanziellen Spielräume gebe.

Die Bundesregierung will mit der Entlastungsprämie Unternehmen anregen, ihren Beschäftigten den steuer- und abgabenfreien Betrag auszuzahlen. Die Prämie ist ein Teil eines am Anfang der Woche vorgestellten Maßnahmenpakets des Koalitionsausschusses aus CDU/CSU und SPD. Die Regierungsparteien möchten damit Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts der steigenden Preise wegen des Iran-Kriegs entlasten.

Quelle:
DR

Die domradio- und Medienstiftung

Unterstützen Sie lebendigen katholischen Journalismus!

Mit Ihrer Spende können wir christlichen Werten eine Stimme geben, damit sie auch in einer säkulareren Gesellschaft gehört werden können. Neben journalistischen Projekten fördern wir Gottesdienstübertragungen und bauen über unsere Kanäle eine christliche Community auf. Unterstützen Sie DOMRADIO.DE und helfen Sie uns, hochwertigen und lebendigen katholischen Journalismus für alle zugänglich zu machen!

Hier geht es zur Stiftung!