Die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar begeht am Sonntag den Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers. Um 13.30 Uhr startet auf dem Appellplatz die Gedenkfeier, bei der unter anderem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erwartet wird. Bei der Veranstaltung soll auch der Komiker und Entertainer Hape Kerkeling sprechen. Sein Großvater Hermann war als katholischer Kommunist drei Jahre im KZ Buchenwald interniert und gefoltert worden.
Im Anschluss folgen das traditionelle Gedenken für die ermordeten Sinti und Roma sowie das jüdische Totengebet am jüdischen Mahnmal. Anschließend ist ein interreligiöses Gedenken im ehemaligen kleinen Lager geplant. Daran nehmen der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer und der katholische Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr sowie Vertreter der jüdischen Landesgemeinde teil.
56.000 Menschen starben allein hier
In das KZ Buchenwald bei Weimar und seine Außenlager hatten die Nationalsozialisten zwischen 1937 und 1945 knapp 280.000 Menschen verschleppt, darunter Zehntausende Jüdinnen und Juden. Der Gedenkstätte zufolge wurden hier 56.000 Menschen ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten, durch Zwangsarbeit oder medizinische Experimente. US-Truppen befreiten die verbliebenen 21.000 KZ-Häftlinge am 11. April 1945.