Hape Kerkeling spricht beim Gedenken im KZ Buchenwald

Erinnerung an den Großvater

Ein Prominenter spricht beim Gedenken in Buchenwald. Hape Kerkelings Großvater überlebte drei Jahre im Konzentrationslager. Den Enkel hat die Geschichte geprägt. Nun hält er beim Gedenktag an die Befreiung eine Rede.

Mahnmal der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar / © Michael Major (shutterstock)
Mahnmal der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar / © Michael Major ( shutterstock )

Der Komiker und Entertainer Hape Kerkeling spricht bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald am 12. April. 

Hape Kerkeling / © Britta Pedersen (dpa)
Hape Kerkeling / © Britta Pedersen ( dpa )

"Es wird eine sehr eindrückliche, eine sehr persönliche Rede, in der es vor allen Dingen um die Erlebnisse seines Großvaters geht und darüber, was das eigentlich mit uns heute zu tun hat", kündigte Gedenkstätten-Leiter Jens-Christian Wagner am Dienstag vor Journalisten an. Kerkelings Großvater Hermann sei katholischer Kommunist gewesen und war drei Jahre in Buchenwald inhaftiert. Seine Geschichte habe auch den Enkel stark geprägt.

Wagner betonte, dass er sich sehr über Kerkelings Kommen freue. Dieser habe sich "in letzter Zeit eindringlich zu den Gefahren geäußert, die durch Rechtsaußen, durch die Zunahme des Autoritarismus, durch Zunahme von Antisemitismus und Rassismus in diesem Land, Stichwort AfD, für unser Land, für die Menschen in diesem Land ausgehen."

Interreligiöses Gedenken mit Bischöfen

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung auf dem Appellplatz, bei der auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) spricht, folgen das traditionelle Gedenken für die ermordeten Sinti und Roma und das jüdische Totengebet am jüdischen Mahnmal. Anschließend ist ein interreligiöses Gedenken im ehemaligen kleinen Lager, an dem der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer und der katholische Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr sowie Vertreter der jüdischen Landesgemeinde teilnehmen.

Mahnmal der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar / © Andrea Seemann (shutterstock)
Mahnmal der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar / © Andrea Seemann ( shutterstock )

In das KZ Buchenwald bei Weimar (Thüringen) und seine Außenlager hatten die Nationalsozialisten zwischen 1937 und 1945 knapp 280.000 Menschen verschleppt, darunter Zehntausende Jüdinnen und Juden. Der Gedenkstätte zufolge wurden hier 56.000 Menschen ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten, durch Zwangsarbeit oder medizinische Experimente. US-Truppen befreiten die verbliebenen 21.000 KZ-Häftlinge am 11. April 1945.

Auch Sowjets nutzten das Lager

Seit 1945 nutzte die sowjetische Armee das Gelände in Buchenwald für eines ihrer "Speziallager". Nach 1950 baute die DDR hier die größte deutsche KZ-Gedenkstätte auf. 1990 wurde Buchenwald als Gedenkstätte neu konzipiert und für die Erinnerung an das Schicksal weiterer Opfergruppen geöffnet.

Die Befreiung der Konzentrationslager

Die Befreiung der Konzentrationslager der Nationalsozialisten begann im Juli 1944. Damals befreite die Rote Armee ein Lager in der Nähe von LUBIN in Polen, außerdem die Lager von BELZEC, SOBIBOR und TREBLINKA.

AUSCHWITZ: Im Januar 1945 befreite die Rote Armee Auschwitz. In Auschwitz-Birkenau, dem größten der deutschen NS-Vernichtungslager, wurden etwa 1,1 Millionen Häftlinge ermordet, die meisten davon waren Juden.

Gedenkstein im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald / © Martin Schutt (dpa)
Gedenkstein im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald / © Martin Schutt ( dpa )
Quelle:
KNA