Der Komiker und Entertainer Hape Kerkeling spricht bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald am 12. April.
"Es wird eine sehr eindrückliche, eine sehr persönliche Rede, in der es vor allen Dingen um die Erlebnisse seines Großvaters geht und darüber, was das eigentlich mit uns heute zu tun hat", kündigte Gedenkstätten-Leiter Jens-Christian Wagner am Dienstag vor Journalisten an. Kerkelings Großvater Hermann sei katholischer Kommunist gewesen und war drei Jahre in Buchenwald inhaftiert. Seine Geschichte habe auch den Enkel stark geprägt.
Wagner betonte, dass er sich sehr über Kerkelings Kommen freue. Dieser habe sich "in letzter Zeit eindringlich zu den Gefahren geäußert, die durch Rechtsaußen, durch die Zunahme des Autoritarismus, durch Zunahme von Antisemitismus und Rassismus in diesem Land, Stichwort AfD, für unser Land, für die Menschen in diesem Land ausgehen."
Interreligiöses Gedenken mit Bischöfen
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung auf dem Appellplatz, bei der auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) spricht, folgen das traditionelle Gedenken für die ermordeten Sinti und Roma und das jüdische Totengebet am jüdischen Mahnmal. Anschließend ist ein interreligiöses Gedenken im ehemaligen kleinen Lager, an dem der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer und der katholische Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr sowie Vertreter der jüdischen Landesgemeinde teilnehmen.
In das KZ Buchenwald bei Weimar (Thüringen) und seine Außenlager hatten die Nationalsozialisten zwischen 1937 und 1945 knapp 280.000 Menschen verschleppt, darunter Zehntausende Jüdinnen und Juden. Der Gedenkstätte zufolge wurden hier 56.000 Menschen ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten, durch Zwangsarbeit oder medizinische Experimente. US-Truppen befreiten die verbliebenen 21.000 KZ-Häftlinge am 11. April 1945.
Auch Sowjets nutzten das Lager
Seit 1945 nutzte die sowjetische Armee das Gelände in Buchenwald für eines ihrer "Speziallager". Nach 1950 baute die DDR hier die größte deutsche KZ-Gedenkstätte auf. 1990 wurde Buchenwald als Gedenkstätte neu konzipiert und für die Erinnerung an das Schicksal weiterer Opfergruppen geöffnet.