Domkapitular Hans-Josef Radermacher stellt in seiner Predigt am Freitag der Osteroktav den scheinbaren Gegensatz zwischen mutigem Bekenntnis der Apostel und ihrer vorherigen Schwäche heraus.
Er erinnert daran, dass dieselben Jünger, die nun furchtlos von Jesus sprechen, ihn zuvor verleugnet hätten. Der Auferstandene schenken ihnen einen bedingungslosen Neuanfang.
"Wenn Jesus bedingungslos neu mit uns anfängt, wer sind wir, dass wir uns das Anrecht auf Barmherzigkeit verbieten?", fragt Radermacher. Aus dieser Erfahrung wachse eine Ehrfurcht für das Geschenk unseres Lebens. "Mit ihm ist unser Weg keine Sackgasse mehr, sondern ein Unterwegs vom Tod zum Leben".
Gott eröffne neue Möglichkeiten, die über das eigene Können hinausgingen. Wer sich darauf einlasse, könne heute anders leben als gestern. "Wir ahnen nicht, was der Herr mit den leeren Netzen unseres Lebens machen kann." Christlicher Glaube zeige sich schließlich darin, so zu leben, dass andere nach der Hoffnung fragten.