Macron besucht vor erster Papst-Audienz Hilfsorganisation Sant'Egidio

Kennt Arbeit der Organisation

Am Freitag ist das erste Treffen von Frankreichs Präsident Macron und Papst Leo XIV. geplant. Doch vorher schaut Macron bei der Organisation Sant'Egidio vorbei, die sich um Menschen am Rande der Gesellschaft kümmert.

Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich / © Christoph Soeder (dpa)
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich / © Christoph Soeder ( dpa )

Vor seiner ersten Audienz bei Papst Leo XIV. besucht Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an diesem Donnerstag die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio. 

Macron wird gegen 18.30 Uhr am Sitz der römischen Zentrale in Trastevere erwartet, wie die humanitäre Organisation der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte.

Gemeinschaft Sant'Egidio setzt sich für Frieden und interreligiösen Dialog ein / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Gemeinschaft Sant'Egidio setzt sich für Frieden und interreligiösen Dialog ein / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Der französische Gast werde von Sant'Egidio-Präsident Marco Impagliazzo sowie dessen Vorgänger Andrea Riccardi empfangen, der die katholische Laienbewegung 1968 gegründet hatte. Macron kenne die Arbeit der Organisation gut, die sich unter anderem in der Friedensvermittlung sowie für Migranten, Obdachlose und sozial benachteiligte Menschen engagiert. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte bei seiner Rom-Visite im September nach der Papst-Audienz unter anderem Sant'Egidio besucht.

Auch First Lady beim Papst

Am Freitag wird Frankreichs Staatsoberhaupt dann erstmals seit der Papstwahl vor elf Monaten von Leo XIV. im Vatikan empfangen. Die Audienz, an der auch First Lady Brigitte Macron teilnehmen soll, findet wenige Tage vor Leos XIV. Abreise nach Algerien statt. Die frühere französische Kolonie ist die erste Station seines Afrikabesuchs vom 13. bis zum 23. April.

Präsident Emmanuel Macron (2.v.l) und seine Frau begleiten Papst Franziskus zum Flughafen von Marseille (KNA)
Präsident Emmanuel Macron (2.v.l) und seine Frau begleiten Papst Franziskus zum Flughafen von Marseille / ( KNA )

Macron und der heutige Papst sollen einander bereits zuvor begegnet sein, etwa während der Frankreichbesuche von Leos Vorgänger Franziskus (2013-2025) in Marseille und Ajaccio. Leo XIV., damals Kardinal Robert Francis Prevost, war als Leiter der Bischofsbehörde Teil des päpstlichen Gefolges. Bei der Messe zur Amtseinführung des aus den USA stammenden Papstes am 18. Mai 2025 wurde Frankreich vom damaligen Premierminister François Bayrou vertreten.

Dissens um Abtreibung und Sterbehilfe

Macron, selbst Katholik, hat den Vatikan seit seiner Wahl 2017 mehrfach besucht. Franziskus empfing ihn 2018, 2021 und 2022. Weitere private Gespräche mit dem Papst fanden im September 2023 in Marseille, im Juni 2024 beim G7-Gipfel im italienischen Borgo Egnazia und im Dezember 2024 in Ajaccio statt.

Zwischen Frankreich und dem Heiligen Stuhl gibt es auch kontroverse Themen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Lebensschutz. Über die kürzlich erfolgte Aufnahme des "Rechts auf Abtreibung" in die französische Verfassung oder die aktuelle Debatte über Sterbehilfe bestehen abweichende Meinungen.

Gemeinschaft Sant'Egidio

Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist 1968 in Rom durch eine Initiative von Jugendlichen entstanden, die damals unter zwanzig Jahre alt waren. Sie widmet sich der karitativen Arbeit, der Diplomatie in Bürgerkriegsgebieten sowie dem Dialog der Religionen. Sie hat nach eigenen Angaben rund 60.000 Mitglieder in 70 Ländern, davon 5.000 in Deutschland. Ihr Hauptsitz befindet sich im römischen Stadtteil Trastevere; ihr deutsches Zentrum ist seit 1983 Würzburg. Seit 1986 ist die ökumenisch stark engagierte Gemeinschaft von der katholischen Kirche als Laienvereinigung anerkannt.

Logo der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio / © Paolo Galosi/Romano Siciliani (KNA)
Logo der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio / © Paolo Galosi/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA