Früherer württembergischer Bischof Gerhard Maier gestorben

"Bischof für alle, nicht ein Bischof für alles"

Der ehemalige evangelische württembergische Altbischof Gerhard Maier ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er wollte ein "Bischof für alle, nicht ein Bischof für alles" sein und gab Anstöße zu der Frage, was Evangelischsein bedeutet.

Der evangelische Landesbischof Gerhard Maier bei seiner Amtseinführung am 28.4.2001 im Ulmer Münster. / © Gerhard Bäuerle (epd)
Der evangelische Landesbischof Gerhard Maier bei seiner Amtseinführung am 28.4.2001 im Ulmer Münster. / © Gerhard Bäuerle ( epd )

Der ehemalige württembergische Bischof Gerhard Maier ist tot. Er starb am 4. April im Alter von 88 Jahren, wie die Evangelische Landeskirche in Württemberg am Dienstag mitteilte. Der promovierte Theologe amtierte von 2001 bis 2005 als Bischof.

In dieser Zeit gab er den Anstoß, einen Grundkonsens darüber zu suchen, was Evangelischsein heute bedeutet. Ergebnis dieser Diskussion wurde das 2005 erstmals aufgelegte Impulspapier "Daran glauben wir". Sein Bischofsamt hatte er angetreten unter dem Leitgedanken, "Bischof für alle, nicht ein Bischof für alles" zu sein.

Der in Ulm geborene Maier studierte Jura und Theologie in Tübingen. Er war Pfarrer in Baiersbronn bei Freudenstadt und anschließend Studienleiter und Rektor des theologisch konservativen Albrecht-Bengel-Studienhauses in Tübingen, ehe er 1995 Regionalbischof von Ulm wurde. Zu seinen Ehrenämtern gehörten der Vorsitz der Deutschen Indianer Pionier Mission und die Mitgliedschaft in der Leitung des Altpietistischen Gemeinschaftsverbandes.

Gegner der historisch-kritischen Bibelauslegung

Als Gastprofessor lehrte Maier an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Heverlee/Leuven in Belgien und an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel in Riehen in der Schweiz. Zeit seines Lebens lehnte er die in der Theologie anerkannte historisch-kritische Methode der Bibelauslegung ab.

Auch im Ruhestand meldete sich Maier zu Wort. So veröffentlichte er mit sieben weiteren Altbischöfen einen Protestbrief gegen das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beschlossene Pfarrdienstgesetz zum Umgang mit Homosexualität. Maier verbrachte den Ruhestand in Tübingen mit seiner Frau Gudrun, mit der er vier Söhne hatte.

Quelle:
epd