Erzdiözese Wien hofft auf Seligsprechung von deutschem Ordensmann

Unterstützung aus Deutschland

Die Initiative zur Seligsprechung eines deutschen Geistlichen findet Rückhalt in Deutschland. Erzbischof Stephan Burger spricht von anhaltender Aufmerksamkeit für den Ordensmann, der seit seinem Tod als Märtyrer verehrt wird.

Wien bei Sonnenuntergang / © Calin Stan (shutterstock)

Der aus Deutschland stammende Ordenspriester Titus Helde soll seliggesprochen werden. Die Erzdiözese Wien habe im Februar erste Schritte dafür gesetzt, wie die österreichische Nachrichtenagentur Kathpress am Mittwoch berichtet.

Helde, ein Salvatorianer aus Radolfzell am Bodensee, wurde am 22. April 1945 im niederösterreichischen Mistelbach erschossen. Der Priester hatte sich schützend vor eine Gruppe Frauen gestellt, um sie vor sexuellen Übergriffen durch Soldaten zu bewahren. Seit seinem Tod wird er als Märtyrer verehrt.

Unterstützung aus Deutschland

Unterstützung für die Seligsprechung kommt auch aus Deutschland: Das Erzbistum Freiburg, aus dem Helde stammt, begrüßte die Initiative. In einer Stellungnahme zeigte sich Erzbischof Stephan Burger kürzlich erfreut, "dass das Interesse am Leben und Wirken von P. Titus Helde SDS in der Erzdiözese Wien nach wie vor lebendig ist und nun in Überlegungen seitens der Ordensgemeinschaft der Salvatorianer hineinmündet, ob nicht ein Seligsprechungsverfahren in dieser Causa angezeigt sein könnte".

Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg / © Harald Oppitz (KNA)
Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens war Ende 2025 vom Salvatorianer-Provinzial Márton Gál gestellt worden. Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl gab dem Gesuch nach einstimmigem Votum des Bischofsrats statt. Helde wurde 1905 geboren, trat 1926 in den Salvatorianer-Orden ein und empfing 1938 die Priesterweihe. Seine Ausbildungszeit führte ihn unter anderem nach Passau, Graz und Wien.

Seligsprechung

Bei einer Seligsprechung stellt die katholische Kirche durch Urteil des Papstes fest, dass ein gestorbener Mensch vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Daraus ergibt sich die offizielle Empfehlung, diese Person als Vorbild und Fürsprecher bei Gott anzunehmen. Selige werden im Gegensatz zu Heiligen nur regional verehrt. Der Seligsprechung kann aber eine Heiligsprechung und damit die weltweite Verehrung der betreffenden Person folgen.

Unterlagen zum Seligsprechungsverfahren / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Unterlagen zum Seligsprechungsverfahren / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA