Papst Leo XIV. hofft auf Ende des Iran-Krieges vor Ostern

"Kehren Sie zum Dialog zurück"

Erst am Wochenende in Monaco und auf dem Petersplatz hat Papst Leo XIV. mit deutlichen Worten ein Ende des Krieges gefordert. Nun spricht er Präsident Donald Trump und "alle Staats- und Regierungschefs" mit Blick auf Ostern direkt an.

Papst Leo XIV. / © Lola Gomez/CNS photo (KNA)
Papst Leo XIV. / © Lola Gomez/CNS photo ( KNA )

Papst Leo XIV. hat US-Präsident Donald Trump und "alle Staats- und Regierungschefs der Welt" eindringlich zu Friedensverhandlungen aufgerufen. "Mir wurde berichtet, Präsident Trump wolle den Krieg beenden", sagte er am Dienstagabend in Castel Gandolfo. 

"Hoffentlich sucht er nach einem Weg, die Gewalt und die Bombardierungen zu verringern, was wesentlich dazu beitragen würde, den Hass zu beseitigen, der im Nahen Osten und anderswo geschürt wird und stetig zunimmt", so der gebürtige US-Amerikaner.

Ihm sei berichtet worden, dass Trump kürzlich erklärt habe, er wolle den Krieg beenden, sagte Leo. Der aus den USA stammende Papst appellierte daher erneut an die Staats- und Regierungschefs der Welt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und miteinander zu sprechen.

Nach einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem Vorort von Beirut, steigt Rauch auf / © Bilal Hussein/AP (dpa)
Nach einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem Vorort von Beirut, steigt Rauch auf / © Bilal Hussein/AP ( dpa )

"Kehren Sie zum Dialog an den Verhandlungstisch zurück", appellierte er an die politischen Führer. Sie sollten nach Lösungen für die Probleme suchen und den Frieden fördern. Das sei besonders mit Blick auf das bevorstehende Osterfest wichtig, sagte Leo XIV. auf Journalistenfragen vor der Rückkehr nach Rom von seinem freien Tag in den Albaner Bergen.

Ostern sollte die heiligste Zeit des Jahres sein

"Wir befinden uns in der Karwoche. Ostern steht vor der Tür, das sollte die heiligste Zeit des Jahres sein, eine Zeit des Friedens und der Besinnung", gab das Kirchenoberhaupt zu bedenken. "Doch wie wir alle wissen, erleben wir wieder einmal an vielen Orten der Welt so viel Leid, so viele Tote, darunter auch unschuldige Kinder." Er appelliere unaufhörlich an den Frieden, aber leider wollten viele Menschen Hass, Gewalt und Krieg schüren.

"Deshalb erneuere ich heute Abend meinen Appell und lade alle ein, diese Tage im Bewusstsein zu leben, dass Christus auch heute noch gekreuzigt ist und in den Unschuldigen leidet." Ein Waffenstillstand zu Ostern sei wünschenswert, "aber lasst den Krieg endlich enden", so Papst Leo XIV.

Bereits am Sonntag hatte Leo XIV. zum Beginn der Osterfeierlichkeiten eindringlich zum Frieden aufgerufen. Niemand könne Gott, der den Krieg ablehnt, dazu benutzen, Krieg zu rechtfertigen, hatte der Papst in seiner Predigt zum Palmsonntag gesagt. Den US-Präsidenten erwähnte er darin nicht namentlich.

Mit der Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz hatte das erste Osterfest im Pontifikat von Papst Leo XIV. begonnen. Am Dienstag gab die Pressestelle des Vatikans bekannt, dass Leo am Karfreitag beim Kreuzweg am Kolosseum in Rom das Kreuz an allen 14 Stationen selbst tragen werde.

Robert Francis Prevost (Papst Leo XIV.)

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Robert Francis Prevost gilt als ein Kardinal der Mitte. Obwohl US-Amerikaner ist der Ordensmann in Rom, der Kurie und der Weltkirche zu Hause. Zuletzt leitete der 69-Jährige die Vatikanbehörde für Bischöfe, quasi die Personalabteilung der katholischen Weltkirche. In dieser Funktion war Prevost in den vergangenen zwei Jahren zuständig für einen Großteil der Bischofsernennungen weltweit.

Papst Leo XIV / ©  Andrew Medichini/AP (dpa)
Papst Leo XIV / © Andrew Medichini/AP ( dpa )
Quelle:
epd , KNA