In vielen größeren Kirchen gehören Kerzenstationen inzwischen selbstverständlich dazu. Damit von den stillen Orten des Gebets keine Brandgefahr ausgeht und immer genügend Kerzen da sind, braucht es klare Abläufe.
In der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, dem Michel, wacht ein Team aus Ehrenamtlichen über die Kerzenorte, bestückt die Kerzen nach und räumt leer gebrannte Kerzen weg. Wenn der Michel schließt, werden die Kerzen gelöscht. Sie sind laut der kirchlichen Pressestelle nahezu rußfrei und stecken in einer wiederverwendbaren Kunststoffhülle. Damit wird eine nachhaltige Nutzung angestrebt. Die Opferkerzen können vor Ort entzündet oder für das Gebet zu Hause mitgenommen werden.
Recyclingkreislauf der Kerzen
Pro Jahr besuchen rund 2,5 Millionen Menschen den Münchner Dom, bekannt auch als Frauenkirche. Dort gibt es seit der Innenrenovierung Anfang der 1990er Jahre drei Orte zum Anzünden von Opferlichtern.
Nach Angaben des Erzbischöflichen Ordinariats München sind je nach Tageszeit und Anlass zwei bis vier Domaufsichten im Einsatz, die sich um die Kerzen kümmern, die Kerzenständer reinigen und darauf achten, dass dort alles korrekt abläuft.
Im Kölner Dom gibt es die Möglichkeit, Opferlichter zu entzünden, die ungefähr die Größe von Teelichtern haben. Rund zwei Millionen Kerzen werden dort im Jahr entzündet. Der Kerzenlieferant des Kölner Domes recycelt laut Metropolitankapitel die kleinen Plastikschälchen.
Sie werden nach dem Abbrennen der Kerzen in einer Werkstatt für Menschen mit psychischen Erkrankungen vom Restwachs befreit und anschließend mit einem neuen Kerzenkern versehen. (Quelle: epd)