Seit 40 Jahren schmücken Blumen in Kar- und Osterwoche den Petersplatz

Über 70.000 Pflanzen für den Papst

Palmsonntag im Vatikan ohne Palmzweige oder Ostern auf dem Petersplatz ohne buntes Blütenmeer ist kaum vorstellbar. Für die farbige Pracht sind vor allem die Niederlande verantwortlich, und das bereits seit 40 Jahren.

Eine Ordensfrau mit Palmzweigen während der Messe an Palmsonntag / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Eine Ordensfrau mit Palmzweigen während der Messe an Palmsonntag / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Zu den Osterfeierlichkeiten erwartet die Besucher auf dem Petersplatz wieder ein Meer an Tausenden Pflanzen und Blumen. Seit Seit 40 Jahren kommen die Tulpen aus Amsterdam in den Vatikan.

Es sind Geschenke aus Italien und den Niederlanden, die den Brauch 1986 begonnen hatten, wie der Vatikanstaat am Freitag mitteilte. Um die kunstvollen Arrangements der bunten Blumen auf dem Platz und im Petersdom kümmert sich die Garten- und Umweltabteilung des Vatikanstaates gemeinsam mit den Gast-Floristen.

Am Palmsonntag (29. März) werden traditionell 120 Palmen und 120.000 Olivenzweige verschenkt, gespendet von der Nationalen Vereinigung der Städte mit Olivenanbau der Region Umbrien.

Palmsonntag im Vatikan (dpa)
Palmsonntag im Vatikan / ( dpa )

Der Brauch erinnert daran, dass die Menschen Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem mit Palmwedeln zujubelten. Zudem gibt es die vor allem in Ligurien gefertigten "Palmurelli", Gebinde aus Palmzweigen und -blättern als Friedenssymbole, die aus Sanremo angeliefert werden.

Urbi et Orbi, blumengeschmückt

Zum Ostersonntag (5. April) verwandelt sich dann der Petersplatz in ein Blumenmeer aus Holland. Seit 40 Jahren wird die großzügige Spende niederländischer Floristen im Laufe der Karwoche in den Vatikan geliefert. Spätestens zum Segen "Urbi et Orbi", den Papst Leo XIV. am Ostersonntagmittag von der geschmückten Mittelloggia des Petersdoms erteilt, ist die kostbare Pracht dann über die Fernsehbilder weltweit zu sehen.

Gelbe Tulpen und viele Blumen bei der Ostermesse mit Papst Franziskus am 9. April 2023 im Vatikan. / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Gelbe Tulpen und viele Blumen bei der Ostermesse mit Papst Franziskus am 9. April 2023 im Vatikan. / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )

Die Initiative, dem Papst zu Ostern Blumen zu spenden, starteten Ehrenamtliche aus der niederländischen Floristik-Branche. Sie wird von der nationalen Bischofskonferenz und der Stiftung "Bloemenpracht Rom" unterstützt. Die Dekorationen entstehen unter Leitung von Chefdekorateur Piet van der Burg in Zusammenarbeit mit dem Garten- und Umweltdienst des Vatikanstaates.

Über 70.000 Pflanzen für den Papst

Für das Arrangement werden 65.000 Tulpen-, Narzissen-, Hyazinthen- und Mini-Narzissenzwiebeln und 220 weiße und orangefarbene Veilchen verwendet. Ebenso sind 7.800 Blumen wie Rosen, Rittersporn, Anthurien, Chrysanthemen, Gerbera und Levkojen vorgesehen. Hinzu kommen 600 Feigenkaktus-Zweige, 80 Azaleen, 600 lange Weidenkätzchen- und Eukalyptuszweige sowie verschiedene Grünpflanzen.

Bevor der Transport nach Rom aufbricht, werden alle Blumen am Dienstag (31. März) vom Vorsitzenden der Niederländischen Bischofskonferenz, Bischof Johannes Harmannes Jozefus van den Hende von Rotterdam, im Blumenpark Keukenhof in Lisse gesegnet.

Ostern

An Ostern feiern Christen ihr wichtigstes Fest: die Auferstehung Jesu am dritten Tag nach dem Tod am Kreuz. Die Botschaft von Kreuz und Auferstehung ist das Fundament ihres Glaubens. Kerngehalt ist, "dass am Ende das Leben über den Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht, die Liebe über den Hass und selbst über den Tod siegen wird", so der katholische Katechismus.

Seit dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 wird das älteste Fest der Christenheit am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert.

Osterkerzen / © Harald Oppitz (KNA)
Osterkerzen / © Harald Oppitz ( KNA )


 

Quelle:
KNA