Der Verband Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat ein von den beiden großen Kirchen veröffentlichtes "Ökumenisches Rahmenkonzept" zur Seelsorge im Verteidigungs- und Konfliktfall kritisiert. Dem Papier fehle es an friedensethischer Reflexion, sagte Geschäftsführer Jan Gildemeister am Donnerstag. Es sei zwar sinnvoll, dass sich die Kirchen auf "Großschadensereignisse" einstellten. Sie handelten dabei aber nicht aus eigenem Antrieb, so Gildemeister.
"Operationsplan Deutschland"
Ausgangspunkt des jetzt vorgelegten Konzepts sei vielmehr der teils geheime "Operationsplan Deutschland" der Bundeswehr. Darin seien offenbar auch Religionsgemeinschaften und ihre Seelsorgestrukturen eingeplant. Die Kirchen sollten jedoch nach Ansicht des AGDF-Geschäftsführers andere Schwerpunkte setzen: "In erster Linie ist es Aufgabe der Kirche, alles dafür zu tun, dass es nicht zu militärischen Auseinandersetzungen kommt." Die AGDF ist ein Dachverband, dem nach eigenen Angaben 32 Organisationen und Institutionen angehören, die im In- und Ausland Friedensarbeit leisten.
Das gemeinsame Papier der Kirchen trägt den Titel "Ökumenisches Rahmenkonzept Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall". Es beschreibt detailliert, wie sich die Kirchen auf einen möglichen Verteidigungsfall vorbereiten.