Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat dem ernannten Münsteraner Bischof Heiner Wilmer gratuliert und ihm gute Wünsche mit auf den Weg gegeben: "Von Herzen gratuliere ich Bischof Wilmer zu seiner Berufung durch Papst Leo zum Bischof von Münster. Ich wünsche ihm Gottes reichen Segen für das neue Amt, die Fülle des Heiligen Geistes, Zuversicht und Kraft für alles, was in diesem neuen Dienst vor ihm liegt," sagte Kardinal Woelki auf Anfrage von DOMRADIO.DE.
Bis zu seiner Einführung als Bischof von Münster bleibt Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ Bischof von Hildesheim. Generalvikar Martin Wilk erklärt: "Mit der Berufung von Bischof Heiner nach Münster ist absehbar, dass für das Bistum Hildesheim in den kommenden Monaten eine prägende Wegstrecke zu Ende gehen wird. In den vergangenen Jahren hat er unser Bistum in herausfordernden Zeiten mit Klarheit, geistlicher Orientierung und großer Verantwortung begleitet. Dafür sind wir ihm von Herzen dankbar."
Bedeutung für das Bistum Hildesheim
Weihbischof Dr. Martin Marahrens fügt hinzu: "Bischof Heiner Wilmer hat unserem Bistum wichtige Impulse gegeben und vieles angestoßen. Besonders wertvoll war dabei seine unkomplizierte Nähe zu den Menschen, gerade auch zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dafür bin ich ihm persönlich und im Blick auf unser Bistum sehr dankbar."
Zugleich, so Wilk, bleibe das Bistum handlungsfähig und orientiert: "Viele engagierte Menschen tragen Verantwortung in unserem Bistum. Gemeinsam werden wir die kommenden Schritte verlässlich gestalten." Über das weitere Verfahren wird das Bistum Hildesheim informieren.
Reaktionen der Deutschen Bischofskonferenz
Erst vor wenigen Wochen wurde Bischof Wilmer zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Michael Gerber, gratuliert dem neuen Münsteraner Bischof und schreibt in einem Brief: "Eine große Aufgabe liegt vor Dir und ich wünsche Dir die Kraft und den Beistand Gottes. Die Teams in Bonn und Münster werden dich tatkräftig unterstützen, damit Du Deine beiden neuen Ämter in guter Weise bewältigen kannst. Ausdrücklich schließe ich auch das Team in Hildesheim mit ein, das ich bei meinen Besuchen dort kennen- und schätzen lernen durfte und das Dich in dieser Phase des Übergangs begleiten wird."
Es seien bewegte Zeiten für Gesellschaft und Kirche und nun auch für den neuen Bischof von Münster, so Bischof Gerber: "Flächenmäßig ausgedehnt, beherbergt das Bistum Münster nunmehr die größte Zahl von Katholikinnen und Katholiken in Deutschland. Ich bin davon überzeugt: Deine bisherigen Wegstationen haben Dir viel an Kenntnis und Erfahrung für diese neue Aufgabe mitgegeben. Ich wünsche Dir sehr, dass Du die Zeit findest, mit möglichst vielen Menschen zusammenzutreffen und bald in Münster heimisch zu werden."
Es sei zu erahnen, was die doppelte Aufgabe – ein Bistum neu kennenzulernen und Vorsitzender der Bischofskonferenz zu sein – bedeutet. "Aber ich bin mir sicher, dass Du mit Perspektive und Geschick, mit Positionierung und klaren Worten, mit dem mutigen Blick nach vorne und dem gleichzeitigen Blick für das Ganze die vor Dir liegenden Aufgaben gut bewältigen wirst. Dazu biete ich Dir selbstverständlich meine ganze Unterstützung an", so Bischof Gerber.
Er fügt in seinem Brief hinzu: "Mit den Menschen zwischen Harz und Nordsee verbinden Dich viele prägende gemeinsame Erfahrungen der vergangenen Jahre. Oft waren es herausfordernde Zeiten, wenn ich an die Bewältigung der Corona-Pandemie denke oder an die Aufarbeitung des Umgangs mit sexuellem Missbrauch. Mit Umsicht und Weitsicht bist Du das angegangen und ich bin mir sicher, dass Du genau mit diesem Blick die Aufgaben angehen wirst."
Glückwünsche aus dem Bistum Osnabrück
Aus dem Bistum Osnabrück hat Bischof Dominicus Meier OSB seine Glück- und Segenswünsche ins Nachbarbistum übersendet. Er grüßte Bischof Heiner Wilmer mit folgenden Worten: "Der neue Bischof von Münster stammt aus dem Bistum Osnabrück – viel besser kann man die nachbarliche Verbundenheit zwischen unseren Bistümern nicht ausdrücken. Für seine neue Aufgabe wünsche ich Heiner Wilmer im Namen des Bistums Osnabrück und auch persönlich alles Gute und Gottes Segen."
Direkt an Bischof Wilmer gewandt fügte er hinzu: "Und ich wünsche Dir, lieber Heiner, viel Kraft für die zwei Ämter als Bischof des mitgliederstärksten Bistums in Deutschland und als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Wir hatten schon viele Anknüpfungspunkte und Begegnungen in der Metropolie der Bistümer von Hamburg, Hildesheim und Osnabrück. Auch wenn Du diese bald verlässt, freue ich mich doch, die gute Zusammenarbeit über Bistumsgrenzen hinweg fortsetzen zu können und weiter miteinander unterwegs zu sein."
Erzbischof Heße gratuliert Bischof Wilmer und denkt an Hildesheim
Auch der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat dem neuen Bischof von Münster, Heiner Wilmer, herzlich zu seiner Ernennung gratuliert. "Mit großer Freude habe ich die Ernennung von Heiner Wilmer zum Bischof von Münster aufgenommen. Ich gratuliere ihm sehr herzlich zu dieser neuen und verantwortungsvollen Aufgabe", erklärte Erzbischof Heße am Donnerstag, nachdem die Ernennung Wilmers in Münster verkündet wurde.
Gleichzeitig verwies der Hamburger Erzbischof auf die besondere Verbundenheit zu Wilmer: "Mit seinem bisherigen Wirken als Bischof von Hildesheim ist er uns im Erzbistum Hamburg in besonderer Weise verbunden. Ich habe ihn in den vergangenen Jahren in unserer Metropolie als einen zugewandten und zugleich klaren Bischof erlebt."
Mit Blick auf die aktuelle Situation betonte Heße die besondere Verantwortung, die Wilmer nun trägt: "Er steht erst seit etwa einem Monat an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz – ein Dienst, der in dieser Zeit besondere Orientierung erfordert. Ich bin überzeugt, dass er beide Aufgaben mit großer Umsicht und klarem Blick wahrnehmen wird."
Zugleich richtete Erzbischof Heße auch Worte auch an die Menschen im Bistum Hildesheim: "Ich denke heute auch besonders an unsere Brüder und Schwestern im Bistum Hildesheim, die einen guten Bischof verlieren und sich nun auf eine Vakanz bis zur Ernennung eines Nachfolgers einstellen müssen. Ich bin mir sicher, dass sie diese Zeit gut gestalten werden."
Abschließend wünschte Erzbischof Heße dem neuen Bischof für seinen Dienst Gottes Segen: "Für seinen Dienst in Münster wünsche ich ihm Gottes reichen Segen und die nötige Zuversicht, die Menschen im Glauben zu stärken und Kirche in herausfordernden Zeiten mit Hoffnung zu gestalten. Möge er den Menschen nahe bleiben und ihnen Zuversicht schenken."
Gratulation der Malteser aus Hildesheim
"Das Charisma von Heiner Wilmer, seine große geistige und intellektuelle Weite und Weltläufigkeit sind offenbar auch andernorts aufgefallen," kommentiert Max Freiherr von Boeselager, ehrenamtlicher Diözesanleiter der Malteser in der Diözese Hildesheim, diese Personalie. "Insofern kommt seine Wahl zum Bischof von Münster nicht völlig überraschend. Wir Malteser gratulieren dem Domkapitel von Münster zu seiner Entscheidung, auch wenn wir Bischof Wilmer gerne in Hildesheim behalten hätten. Aber die Besten muss man gehen lassen. Zugleich danken wir Bischof Wilmer für alle Unterstützung und Hilfe in den vergangenen acht Jahren. Er war immer für uns da, wenn wir ihn brauchten."
Der anstehende Wechsel Wilmers nach Münster erinnert Max von Boeselager an das bekannte Kirchenlied "Vertraut den neuen Wegen." Darin heißt es: "Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist. Weil leben heißt, sich regen. Weil leben wandern heißt." In diesem Sinne wünscht der Diözesanleiter der Malteser dem Bischof im Namen der Malteser alles Gute und Gottes Segen für seinen Wechsel in das Bistum des Heiligen Ludgerus. "Leider werden wir Bischof Dr. Heiner Wilmer dort nicht mehr persönlich zur Seite stehen können," bedauert von Boeselager, "aber die Malteser in der Diözese Münster werden ihn mit offenen Armen empfangen und wir selbst ihn auch in Zukunft mit unseren Gebeten begleiten."
Über Bischof Heiner Wilmer
Heiner Wilmer wurde am 9. April 1961 in Schapen (Emsland) geboren. Im August 1980 trat er in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester ein und legte 1985 die Ewige Profess ab. Am 31. Mai 1987 wurde Wilmer in Freiburg zum Priester geweiht. Von 1987 bis 1993 studierte er in Rom und Freiburg.
Nach verschiedenen Stationen als Referendar und Lehrer in Meppen, Vechta und der New Yorker Bronx wurde er Schulleiter des Gymnasiums Leoninum in Handrup. Von 2007 bis 2015 war Wilmer Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester in Bonn und im Anschluss bis 2018 Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom. Am 6. April 2018 wurde Heiner Wilmer von Papst Franziskus zum 71. Bischof von Hildesheim ernannt, am 1. September 2018 wurde er zum Bischof geweiht und in sein Amt eingeführt.
In der Deutschen Bischofskonferenz ist er seit September 2021 Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Er war von 2019 bis 2024 Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wurde am 24. Februar 2026 zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.