Mindestens dreimal im Jahr sollten Katholiken laut dem Bischof von Oslo zur Beichte gehen. Dazu hat Fredrik Hansen die Gläubigen in seinem Bistum in einem am Wochenende veröffentlichten Hirtenbrief aufgefordert.
"Eine gute Beichtpraxis bedeutet mehr als eine Beichte im Jahr", schreibt er. Sein Vorschlag: "in der Fastenzeit, im Sommer vor dem Olsok-Fest und in der Adventszeit". Das Olsok-Fest ist ein norwegischer Feiertag am 29. Juli, dem Todestag des norwegischen Königs Olav des Heiligen (etwa 993 bis 1030), der als Förderer des Christentums galt.
Regelmäßige Beichte trage dazu bei, "das eigene Leben auf Sünden der Schwäche zu prüfen, Gottes Gesetz immer tiefer zu verstehen und eifrig nach der Heiligkeit zu streben, zu der der Herr uns ruft", schreibt Hansen weiter. Wer schwere Sünden begehe, solle beichten, um wieder in den Zustand der Gnade zu gelangen – sonst bleibe er allein zurück. Sinn der Beichte sei nicht, bei den eigenen Fehltritten zu verweilen, sondern Gottes Barmherzigkeit zu begegnen und Vergebung und Frieden zu empfangen: "Denn wenn es etwas gibt, das unser Glaube deutlich verkündet, dann ist es, dass Gott reich an Barmherzigkeit ist und sich über jeden einzelnen Sünder freut, der umkehrt", so Hansen.
Aufruf an Bistumsangehörige
Die nötige Beichtvorbereitung beginne damit, in Stille und im Gebet gründlich über das eigene Leben nachzudenken, um herauszufinden, welche Sünden zu beichten seien. Jede Sünde schade der eigenen Beziehung zu Gott, zur Kirche und zu den Mitmenschen. Im Sakrament der Beichte vergebe Gott allerdings die Sünden, stelle "das göttliche Leben in uns wieder her" und führe "zurück in die Freundschaft mit ihm und in die Einheit mit der Kirche". Der Sieg Jesu über Tod und Sünde an Ostern werde im Sakrament der Beichte konkret.
Hansen schrieb, er fühle sich als Bischof verpflichtet, Gläubigen zu helfen, die es aus verschiedenen Gründen scheuten, zur Beichte zu gehen: "Deshalb bitte ich euch, mir zu schreiben, was es euch schwer macht, zur Beichte zu gehen, damit wir gemeinsam das Sakrament der Buße zu einem lebendigen Teil des Lebens aller Gläubigen machen können."
Die Priester im Bistum forderte Hansen auf, selbst als gutes Vorbild regelmäßig zu beichten und die Beichte "noch einfacher zugänglich, noch sicherer und in noch größerem Maße zu einer lebendigen Begegnung mit Gottes unendlicher Barmherzigkeit" zu machen.