Gebeine des heiligen Franz von Assisi sind wieder verborgen

Zurück in der Krypta

Vier Wochen lang waren in Assisi die sterblichen Überreste des heiligen Franziskus zu sehen. Der Pilgerstrom war enorm. Mehr als 10.000 Menschen kamen täglich. Nun sind seine Gebeine wieder in der Krypta verschlossen.

Der Pilgerstrom zu den sterblichen Überresten des Heiligen Franz von Assisi versiegt. / © 	Sabine Kleyboldt/KNA (KNA)
Der Pilgerstrom zu den sterblichen Überresten des Heiligen Franz von Assisi versiegt. / © Sabine Kleyboldt/KNA ( KNA )

Die sterblichen Überreste des heiligen Franz von Assisi (1181/82-1226) ruhen seit Sonntagabend wieder in seiner Krypta. In einer feierlichen Zeremonie wurde der Plexiglassarg mit seinen Reliquien in den Steinsarkophag in der Basilika gebracht und versiegelt, wie die Franziskaner-Minoriten am Montag mitteilten. 

Erstmals überhaupt wurden die Gebeine des populären Heiligen für vier Wochen in der Basilika im mittelitalienischen Assisi gezeigt. Mehr als 370.000 Menschen aus aller Welt besuchten die ungewöhnliche Schau zum 800. Todestag des Ordensgründers.

Reliquien feierlich in Krypta eingesetzt

An der Feier unter Leitung des emeritierten Bischofs von Assisi-Nocera Umbra, Domenico Sorrentino, nahmen nur die dortigen Franziskaner teil. In einer Prozession begleiteten sie die Reliquien ihres Gründers in die Krypta, wo der Plexiglasschrein, versehen mit den kirchenrechtlich vorgeschriebenen Dokumenten, in die vergoldete Bronze-Urne eingesetzt wurde.

Bronzeskulptur des Heiligen Franziskus auf dem Pferd (it. San Francesco a cavallo) von Norberto Proietti auf der Wiese vor der Basilika San Francesco in Assisi / © Francesco Pistilli (KNA)
Bronzeskulptur des Heiligen Franziskus auf dem Pferd (it. San Francesco a cavallo) von Norberto Proietti auf der Wiese vor der Basilika San Francesco in Assisi / © Francesco Pistilli ( KNA )

Nach deren Versiegelung wurde sie in den Steinsarkophag in der Säule unter dem Hauptaltar eingesetzt, deren Metallgitter wiederum versiegelt wurde. Die Zeremonie endete gegen 23.30 Uhr.

Derzeit werden die für die Reliquienausstellung leicht umgestaltete Unterkirche und Krypta wiederhergerichtet. Voraussichtlich ab Donnerstag (26. März) wird die Basilika wieder vollständig für Besucher zugänglich sein. Zum Abschluss des Großereignisses hatte der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, am späten Sonntagnachmittag in Assisi einen Gottesdienst gefeiert.


Papstbesuch zum Franziskus-Jahr

Der örtliche Konvent der Franziskaner-Minoriten als Veranstalter des kirchlichen Großereignisses zog am Sonntag eine rundum positive Bilanz. Marco Moroni, der Vorsteher (Kustos) des Klosters, erklärte, die aus vielen Ländern der Erde angereisten Pilger hätten eine "Gemeinschaft von Betenden" gebildet. Für sie seien die "zerbrechlichen Knochen das Zeichen eines vom Geist beseelten Lebens, das heute noch Früchte hervorbringt."

Verehrung der Reliquien des Heiligen Franziskus in Assisi / © Cristian Gennari (KNA)
Verehrung der Reliquien des Heiligen Franziskus in Assisi / © Cristian Gennari ( KNA )

Nach Angaben der Franziskaner haben von den 370.000 Besuchern mehr als 100.000 auch an rund 170 Gottesdiensten in der Oberkirche der Basilika teilgenommen. Mehr als 300 Medienschaffende aus vielen Ländern seien gekommen. Die Veranstaltungen zum Franziskus-Jahr laufen über das ganze Jahr. Am 6. August will Papst Leo XIV. Assisi besuchen. Italiens Parlament hatte 2025 beschlossen, den Todestag des populären Heiligen wieder zum staatlichen Feiertag zu erklären.

Assisi

Statue des Heiligen Franz von Assisi / © Paoloesse (shutterstock)
Statue des Heiligen Franz von Assisi / © Paoloesse ( shutterstock )

Der Wallfahrtsort Assisi im mittelitalienischen Umbrien zieht jährlich bis zu fünf Millionen Pilger und Touristen an. Der hier um 1181 geborene Kaufmannssohn und spätere Gründer des Franziskanerordens, Franz von Assisi, hat wegen seines Verzichts auf Reichtum und der Fürsorge für die Armen hohes Ansehen. Da er nicht nur Menschen, sondern auch Tieren gepredigt haben soll, gilt seine Hinwendung zur Natur als beispielhaft für modernes Umweltbewusstsein.

Quelle:
KNA