Kardinal Jean-Baptiste Pham Minh Man starb am Sonntagnachmittag. Das 1960 gegründete Erzbistum zählt nach Vatikanangaben rund 715.000 Katholiken – unter gut neun Millionen Einwohnern.
Seit Ende des Vietnamkriegs 1975 hatten der Vatikan und Vietnam offiziell keine diplomatischen Beziehungen mehr. Erst Ende 2023 ernannte Papst Franziskus wieder einen Ständigen Vertreter in dem südostasiatischen Land.
Kirchen und andere Religionsgemeinschaften sind in der kommunistischen Volksrepublik immer wieder Repressalien und Verfolgung ausgesetzt. Dennoch praktizieren viele der rund sieben Millionen Katholiken im Land regelmäßig. Es gibt etwa 25.000 Ordensmitglieder und etwa 2.500 Seminaristen.
Schulzeit im Nachbarland
Pham Minh Man wurde 1934 in der Provinz Ca Mau im Süden des Mekong-Deltas geboren, dem südlichsten Punkt Vietnams. Nach seiner Schulausbildung im Nachbarland Kambodscha studierte er Philosophie in Saigon, später Theologie. 1965 wurde er in Can Tho, dem Handelszentrum des Mekong-Deltas, zum Priester geweiht.
Nach einem Weiterstudium in den USA kehrte Pham Minh Man 1971 in die Heimat zurück und unterrichtete zunächst im Priesterseminar in Cai Rang am Mekong. Im Vietnam-Krieg tauchte er zeitweise unter, da die Kirche von den Kommunisten verfolgt wurde. Kirchliche Güter wurden enteignet, Gottesdienste verboten; Pfarrer und Bischöfe kamen ins Gefängnis oder wurden für Jahre unter Hausarrest gestellt.
121 wahlberechtigte Kardinäle
Erst 1988 öffneten wieder sechs Priesterseminare im Land. Pham Minh Man übernahm die Leitung des Seminars in Cai Rang. Fünf Jahre später machte ihn Papst Johannes Paul II. zum Koadjutor (Helfer des Bischofs mit Nachfolgerecht) in My Tho. Weitere fünf Jahre später folgte der Wechsel nach Ho-Chi-Minh-Stadt.
Von den nun 243 Kardinälen stehen 32 und damit mehr als jeder Achte im zehnten Lebensjahrzehnt. 121 sind unter 80 Jahre alt und damit zur Papstwahl berechtigt.