Kathedrale von Canterbury

Kathedrale von Canterbury / © Alexey Fedorenko (shutterstock)
Kathedrale von Canterbury / © Alexey Fedorenko ( shutterstock )

Die anglikanische Kathedrale von Canterbury bildet einen riesigen wie kunsthistorisch einzigartigen Baukomplex. Hier begann die Geschichte des Christentums in England; und hier ist bis heute das geistliche Zentrum.

Die anglikanische Kathedrale von Canterbury in der Grafschaft Kent ist die historisch bedeutendste Kirche der Britischen Inseln und die Mutterkirche des römischen Christentums in Großbritannien. Sie gehört zum Weltkulturerbe der Unesco.

597 entsandte Papst Gregor der Große benediktinische Missionare nach Britannien. An der Stelle der ersten Klostergründung des heiligen Augustinus von Canterbury (gest. 604/605), zugleich erster Erzbischof der Sachsen und Angeln, entstand im 11. Jahrhundert eine mächtige normannisch-romanische Kathedrale. Mit ihren gotischen Erweiterungsbauten der folgenden Jahrhunderte bildet sie bis heute einen ebenso riesigen wie kunsthistorisch einzigartigen Baukomplex.

Nach der politisch motivierten Ermordung von Erzbischof Thomas Becket 1170 wurde die Kathedrale von Canterbury auch zum wichtigsten Pilgerort Englands. Mit dem Brand von 1174 beziehungsweise dem anschließenden Neubau beginnt die Sonderform der englischen Kathedralgotik, deren einzelne Phasen sich in diversen späteren Bauteilen widerspiegeln. Als einziger englischer Monarch ist König Heinrich IV. (1399-1413), ein Verehrer Beckets, in Canterbury begraben.

Schätze geplündert

Im Zuge seiner Aufhebung aller Klöster und Plünderung von Kathedralen ließ 1538 Heinrich VIII. 26 Wagen Gold, Edelsteine und sonstige Wertsachen aus Canterbury abtransportieren. Die Archive der Kathedrale enthalten allein 8.000 Urkunden, davon 30 aus der Zeit vor der normannischen Eroberung im Jahr 1066.

Der Erhalt des Kathedralkomplexes ist eine riesige finanzielle Herausforderung. Umweltverschmutzung und der Zahn der Zeit machen umfassende Renovierungen notwendig, für die seit Jahrzehnten enorme Finanzmittel erlöst werden müssen. Die als (Zwangs-)Spende erhobenen Eintrittsgelder von mehr als einer Million Touristen jährlich reichen nicht aus. Zusätzliche Beiträge werden durch Merchandising, Großspenden, Benefizveranstaltungen wie Konzerte britischer Rock-, Pop- und Klassikgrößen sowie den Einsatz der Denkmalschutzstiftung "National Trust" aufgebracht. (Quelle: KNA, 23.03.2026)