Reliquienschau in Assisi beendet

Mehr als 370.000 Besucher

Es war ein ungewöhnliches kirchliches Großereignis. Vier Wochen lang waren in Assisi die sterblichen Überreste des Heiligen Franziskus zu sehen. Mehr als 10.000 Menschen täglich verweilten dort. Am Ende kam Kardinal Zuppi zu Wort.

Eine Pilgerin mit Bildern des heiligen Franziskus von Assisi  / © Alessia Giuliani/CPP (KNA)
Eine Pilgerin mit Bildern des heiligen Franziskus von Assisi / © Alessia Giuliani/CPP ( KNA )

Zum Abschluss der großen Reliquienverehrung in Assisi hat der italienische Kardinal Matteo Zuppi an die Friedensbotschaft des Heiligen Franziskus erinnert. Bei einem Gottesdienst in der Basilika San Francesco sagte er am Sonntag: "Es ist eine tragische Illusion, dass man das Böse mit dem Bösen bekämpft." 

Kardinal Matteo Zuppi / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Matteo Zuppi / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Dem stelle das Christentum die Botschaft entgegen: "Nicht die Gewalt ist die Herrscherin der Welt, die Liebe ist die einzige Kraft, welche die Erde verändern kann."

In der gegenwärtigen Weltlage sei die Begegnung mit dem Heiligen Franz von Assisi für Tausende Pilger ein großer Trost und eine Quelle der Kraft gewesen. Dieser Heilige gehöre nicht einem Volk, sondern allen und lehre die Menschen, dass es eine Liebe gebe, die in jedem Menschen einen Bruder sehe, so der Kardinal.

Veranstalter ziehen positive Bilanz

Mit dem Gottesdienst endete ein ungewöhnliches kirchliches Großereignis. Mehr als 370.000 Menschen waren in den vergangenen vier Wochen nach Assisi gekommen, um die Reliquien des heiligen Franziskus zu sehen. Als Veranstalter des kirchlichen Großereignisses zog der örtliche Konvent der Franziskaner-Minoriten eine rundum positive Bilanz.

Marco Moroni, der Vorsteher (Kustos) des Klosters, erklärte am Sonntagnachmittag in einer Pressekonferenz in Assisi, die aus vielen Ländern der Erde angereisten Pilger hätten eine "Gemeinschaft von Betenden" gebildet. 

Kordel und Rosenkranz am Habit eines Franziskaners / © Alessia Giuliani/CPP (KNA)
Kordel und Rosenkranz am Habit eines Franziskaners / © Alessia Giuliani/CPP ( KNA )

Für sie seien die "zerbrechlichen Knochen das Zeichen eines vom Geist beseelten Lebens, das heute noch Früchte hervorbringt." Das Ereignis habe in jeder Hinsicht seine Erwartungen übertroffen, so der Leiter des Klosters.

Reliquien des heiligen Franziskus in der Basilika San Francesco in Assisi  / © Alessia Giuliani/CPP (KNA)
Reliquien des heiligen Franziskus in der Basilika San Francesco in Assisi / © Alessia Giuliani/CPP ( KNA )

Konvents-Sprecher Giulio Cesareo erklärte, ihn habe nicht die große Zahl der Pilger überrascht, sondern ihre Stille, Geduld und Gefasstheit, die sich auch darin gezeigt habe, dass nicht die Handys gezückt wurden, um Bilder zu dokumentieren und weiterzugeben. Die Menschen seien offenbar wirklich gekommen, um sich von Franziskus im Herzen und im Verstand berühren zu lassen.

Mehr als 300 Medienvertreter

Laut Angaben der Franziskaner nahmen von den 370.000 Besuchern mehr als 100.000 auch an rund 170 Gottesdiensten in der Oberkirche der Basilika teil. Mehr als 300 Medienschaffende aus vielen Ländern wurden registriert. 

Die sterblichen Überreste des heiligen Franziskus waren aus Anlass seines 800. Todestages seit 22. Februar in einem durchsichtigen Sarg zu sehen. Italiens Parlament hatte 2025 beschlossen, den Todestag des populären Heiligen wieder zum staatlichen Feiertag zu erklären.

Assisi

Statue des Heiligen Franz von Assisi / © Paoloesse (shutterstock)
Statue des Heiligen Franz von Assisi / © Paoloesse ( shutterstock )

Der Wallfahrtsort Assisi im mittelitalienischen Umbrien zieht jährlich bis zu fünf Millionen Pilger und Touristen an. Der hier um 1181 geborene Kaufmannssohn und spätere Gründer des Franziskanerordens, Franz von Assisi, hat wegen seines Verzichts auf Reichtum und der Fürsorge für die Armen hohes Ansehen. Da er nicht nur Menschen, sondern auch Tieren gepredigt haben soll, gilt seine Hinwendung zur Natur als beispielhaft für modernes Umweltbewusstsein.

Quelle:
KNA