Bischof Bonny will bis 2028 Verheiratete zu Priestern weihen

"Jede Verzögerung wirkt wie eine Ausrede"

Die Frage sei nicht mehr, ob die katholische Kirche verheiratete Männer zu Priestern weihen könne, sondern wann dies getan werde und von wem. So jedenfalls sieht es der belgische Bischof Johan Bonny und geht voran.

Bischof Johan Bonny als Beobachter des Synodalen Wegs / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Johan Bonny als Beobachter des Synodalen Wegs / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Inmitten der andauernden Reformdebatte der katholischen Kirche hat ein Vorstoß des belgischen Bischofs Johan Bonny internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. 

In einem Hirtenbrief erhob er nicht nur erneut die Forderung, endlich eine Weihe geeigneter verheirateter Männer zu Priestern zu ermöglichen. Der Bischof von Antwerpen ging noch einen Schritt weiter. Er kündigte an, "alles daran zu setzen", um bis 2028 entsprechende Weihen in seinem Bistum vorzunehmen.

Blick auf Antwerpens Altstadt mit der "Onze-Lieve-Vrouwekathedraal", der Bischofskirche von Johan Bonny / © Mistervlad (shutterstock)
Blick auf Antwerpens Altstadt mit der "Onze-Lieve-Vrouwekathedraal", der Bischofskirche von Johan Bonny / © Mistervlad ( shutterstock )

"Ich werde persönlich auf sie zugehen und sicherstellen, dass sie bis dahin über die notwendige theologische Ausbildung und pastorale Erfahrung verfügen, vergleichbar mit der anderer Priesterkandidaten", so Bonny. 

Diese Vorbereitung werde transparent, aber diskret erfolgen, fernab vom Rampenlicht der Medien. Er wolle die nächsten beiden Jahre für die notwendige Abstimmung mit der Belgischen Bischofskonferenz und dem Vatikan nutzen.

Bonny sieht nahezu einhelligen Konsens

"Die Frage ist nicht mehr, ob die Kirche verheiratete Männer zu Priestern weihen kann, sondern wann sie dies tun wird und wer es tun wird", so Bonny weiter. Der Konsens in dieser Frage sei nahezu einhellig. Jede Verzögerung wirke wie eine Ausrede.

Als Begründung für sein entschiedenes Vorgehen nannte der Geistliche, der seit Jahren zu den progressivsten Bischöfen der katholischen Kirche zählt, unter anderem den Priestermangel in seiner Diözese. Zudem gebe es schon zahlreiche verheiratete Priester aus den katholischen Ostkirchen. Hinzu kämen jene, die aus anderen christlichen Konfessionen konvertiert seien.

Niemand könne vor diesem Hintergrund erklären, wieso es nicht möglich sein sollte, "viri probati" – also "bewährte" verheiratete Männer – zu Priestern zu weihen, schlussfolgerte Bonny. Ein solcher Schritt entspreche auch den bisherigen Ergebnissen der von Papst Franziskus angestoßenen katholischen Weltsynode, deren Prozess noch bis 2028 andauern soll.

Umsetzung der Weltsynode bis 2028

Die von Papst Franziskus begonnene Weltsynode der katholischen Kirche für mehr aktive Teilhabe der Gläubigen war mit einer Versammlung in Rom und mit einem Abschlussdokuments am 26. Oktober 2024 zu Ende gegangen. Die Umsetzungsphase soll nun in fünf Phasen ablaufen.

Synodenaula während der Weltsynode / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Synodenaula während der Weltsynode / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
epd , KNA