Reformgruppe warnt vor Abwanderung von Frauen aus der Kirche

"Enttäuschung und Unverständnis"

Die Kirche verliert zunehmend engagierte Frauen. Das Netzwerk Diakonat der Frau sieht in fehlender Teilhabe ein zentrales Problem. Es bekräftigt die Analyse eines Vatikandokuments und warnt vor weiteren Folgen.

Engagierte Frauen in der Kirche / © Julia Steinbrecht (KNA)
Engagierte Frauen in der Kirche / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Das Netzwerk Diakonat der Frau unterstreicht die in der jüngsten vatikanischen Studie geäußerte Sorge, dass noch mehr Engagierte der Kirche enttäuscht den Rücken kehren könnten. 

Jutta Mader-Schömer / © A. Dlugos  (Netzwerk Diakonat der Frau)
Jutta Mader-Schömer / © A. Dlugos ( )

Jutta Mader-Schömer, Vorsitzende der Reformgruppe mit Sitz in Köln, erklärte dazu am Mittwoch: "Aus vielen Gesprächen mit berufenen Frauen wissen wir, dass es keineswegs nur Unbehagen ist, sondern schlicht Kränkung, Enttäuschung und Unverständnis, die Frauen aufgrund zahlreicher Zurückweisung ihrer Berufung und Abwertung ihres Engagements empfinden."

Vatikan hatte Bericht veröffentlicht

Das vatikanische Synodensekretariat hatte in der vergangenen Woche einen Bericht über die Rolle von Frauen am Leben und der Leitung der Kirche veröffentlicht. Darin wird die Klärung der Frauenfrage in der katholischen Kirche als dringlich beschrieben. 

Das 74 Seiten umfassende Papier stellt fest, dass es ein "spezifisches Unbehagen unter vielen Frauen bezüglich ihrer Teilhabe am Leben ihrer Gemeinden" gebe, insbesondere wenn man es vergleiche mit den Möglichkeiten im bürgerlichen Leben. Weiter heißt es: "Eine wachsende Zahl von Frauen jeder Altersgruppe und in unterschiedlichen Teilen der Welt fühlen sich im Haus des Herrn nicht mehr zuhause – bis hin zu dem Punkt, dass sie es vollständig verlassen."

Margit Eckholt, Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Universität Osnabrück, während der zweiten Synodalversammlung / © Julia Steinbrecht (KNA)
Margit Eckholt, Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Universität Osnabrück, während der zweiten Synodalversammlung / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Margit Eckholt

Das vatikanische Dokument hält nach Einschätzung des Netzwerks Türen offen. So erklärte Vorstandsmitglied und Theologieprofessorin Margit Eckholt, nirgendwo werde begründet, warum Frauen nicht Christus repräsentieren könnten. Auch weitere oft genannte Weihehindernisse für Frauen würden nicht oder nur im Anhang erläutert, in dem die kontroversen theologischen Debatten dargelegt würden. Laut Eckholt werden dadurch "weitergehende theologische Diskussionen in internationalen Perspektiven" ermöglicht.

Quelle:
KNA