Unter dem Leitwort "Ein Schatz in zerbrechlichen Gefäßen" findet seit Freitag bis Sonntag das Rhein-Meeting im Zentrum Kölns statt. Hauptveranstaltungsort ist das Maternushaus. Das jährliche Kulturtreffen steht unter der Schirmherrschaft des Kölner Erzbischofs, Kardinal Rainer Maria Woelki. Das Leitwort stammt aus einem Paulusbrief und verweist auf eine Spannung menschlicher Existenz: Der Mensch besitzt Würde und bleibt zugleich verletzlich und fehlbar. Diese Spannung greift das Programm des Rhein-Meetings aus verschiedenen Perspektiven auf.
Den Auftakt bildete am Freitagabend ein Gespräch mit dem nordrhein-westfälischen Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Medien, Nathanael Liminski (CDU). Thema war das Verhältnis von christlichem Glauben und politischer Verantwortung. Dabei wurde unter anderem diskutiert, welchen Beitrag Politik leisten könne, wenn sie sich am christlichen Menschenbild orientiert.
"Wege aus der Einsamkeit"
Am Samstag spricht der Bischof von Trondheim, Erik Varden, über "Wege aus der Einsamkeit". Der Trappist war zuvor Abt des Klosters Mount St. Bernard in Großbritannien. In seinem Buch "The Shattering of Loneliness: On Christian Remembrance" beschreibt er Einsamkeit als eine Erfahrung, über die selten gesprochen wird, obwohl sie viele Menschen betrifft.
Mit der Situation junger Menschen beschäftigt sich der Psychiater und Psychotherapeut Ulrich Voderholzer. Der Klinikleiter berichtet aus seiner Arbeit mit Jugendlichen und spricht über Belastungen sowie Faktoren, die ihre Widerstandskraft stärken können. Die Suche nach Identität junger Menschen versteht er auch als Anfrage an die Gesellschaft.
Zum Abschluss am Sonntag: Thema Inklusion
Auch Kunst und Architektur sind Teil des Programms. Anlässlich des 100. Todestages des Architekten Antoni Gaudí erinnert die Journalistin und Publizistin Kathrin Benz in einem Vortrag an dessen Leben und Werk. Im Mittelpunkt steht der Bau der Basilika Sagrada Família in Barcelona.
Zum Abschluss soll am Sonntag das Thema Inklusion in den Mittelpunkt rücken. Nach einer Messe um 10 Uhr in der Kirche St. Ursula mit Bischof Erik Varden berichten zwei Familien von ihren Erfahrungen mit der Aufnahme von Kindern mit Behinderung. Eine Ausstellung greift das Thema unter anderem anhand der Lebensgeschichte von Hermann dem Lahmen auf, der trotz Lähmung als Astronom, Mathematiker, Komponist und Schriftsteller wirkte.
Die Teilnahme am Rhein-Meeting ist kostenlos, Spenden werden erbeten. Weitere Informationen und das Programm sind auf der Internetseite des Rhein-Meetings abrufbar.