Wandel im Kloster Welden bei Augsburg: Dort sollen Ordensschwestern aus Nigeria einziehen. Es handelt sich um Mitglieder der Gemeinschaft "The Holy Family Sisters of the Needy". Die Karmelitinnen bestätigten der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag einen entsprechenden Bericht der "Augsburger Allgemeinen".
Die Nigerianerinnen wollen in Welden ihre Europa-Zentrale errichten. Etwa ein halbes Dutzend Schwestern plant, zum 1. Juni nach Welden zu kommen. Eine offizielle Erlaubnis für die Niederlassung durch Augsburgs Bischof Bertram Meier stehe noch aus, hieß es.
Bisher sind in Welden Karmelitinnen daheim. Sie wollen am 23. März als eigenständige Gemeinschaft ins Karmelitinnenkloster Himmelspforten nach Würzburg ziehen, wie ihre Administratorin Stephanie Wilscher erklärte. Grund für das Aus in Welden seien der Nachwuchsmangel und der Altersdurchschnitt der derzeit acht Schwestern.
Die Nachfolgerinnen aus Nigeria engagieren sich laut Wilscher gegen Armut, in der Kranken- und Altenpflege, der Behindertenbetreuung und in Kindergärten. In Deutschland seien sie unter anderem in Würzburg aktiv und lebten bei den dortigen Karmelitinnen; so sei es zum Kontakt nach Welden gekommen.
"Dort möchten die Nigerianerinnen nun eine Europa-Zentrale gründen, sie haben nämlich auch Schwestern in Italien, Frankreich und England", sagte Wilscher. Sie ergänzte: "Wir freuen uns, dass Kloster Welden ein geistiges Zentrum bleibt."
Versuchsmodell geplant
In Würzburg wollen die Karmelitinnen nach eigenen Angaben ein Versuchsmodell erproben. Dort lebten neun Schwestern, diese seien allerdings viel jünger als die Weldenerinnen. Die Würzburgerinnen hätten für die Neuankömmlinge einen Bereich seniorengerecht umgebaut, übernähmen jedoch nicht die Betreuung der alten Ordensfrauen.
Auch aus bürokratischen Gründen und solchen der innergemeinschaftlichen Tradition wolle man zunächst eigenständig bleiben. Auf Dauer sei ein Zusammenwachsen möglich.
Traditionsreiche Gemäuer
Das Areal des Karmelitinnenklosters Welden hat eine lange Geschichte. 1755 schuf dort Josef Maria Fugger von Wellenburg aus den Überresten eines römischen Kastells und einer späteren Fugger-Burg eine Kirche zu Ehren der heiligen Thekla. Knapp 200 Jahre später bauten daran Ordensfrauen aus dem Karmel Aufkirchen am Starnberger See ein Kloster. 1931 zogen sieben Schwestern ein.