Betroffeneninitiativen haben eine Protestaktion gegen eine schleppende Aufarbeitung von Missbrauch im Erzbistum Paderborn angekündigt. Von Mittwoch bis Freitag soll die Großplastik "Der Hängemattenbischof" des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly in der Paderborner Innenstadt und vor der Universität zu sehen sein, wie das "Aktionsbündnis Betroffeneninitiativen" und die Giordano-Bruno-Stiftung am Montag ankündigten.
Dem Aktionsbündnis gehören nach eigenen Angaben bundesweit 14 Betroffeneninitiativen an, darunter aus den Bistümern Hildesheim, Trier, Münster, Osnabrück und Dresden-Meißen, jedoch keine aus dem Erzbistum Paderborn selbst. Anlass der Aktion ist den Angaben zufolge die angekündigte Veröffentlichung der unabhängigen Studie zu Missbrauch im Erzbistum, die von Wissenschaftlern der Universität Paderborn im Auftrag des Erzbistums erstellt wurde.
Die Untersuchung nimmt die Zeit von 1941 bis 2002 in den Blick. Das Erzbistum hat dazu vertiefende Dialogveranstaltungen in den Regionen der Erzdiözese mit Vertretern der Betroffenen angekündigt.
Protest auch gegen Mahnmal im Dom
Der Protest richte sich auch gegen das kürzlich aufgestellte Mahnmal im Paderborner Dom, hieß es in einer Mitteilung. Mit einer bloßen Symbolpolitik solle das Image der Kirche aufgebessert werden, während die Interessen der Betroffenen weiterhin missachtet würden, kritisierte die religionskritische Stiftung.
Die Studie nimmt die Zeit von 1941 bis 2002 in den Blick. Eine weitere Untersuchung, die den Zeitraum von 2002 bis 2022 behandelt, soll voraussichtlich 2027 veröffentlicht werden.
Am 2. März wurde im Paderborner Dom ein Mahnmal des Münchner Künstlers Christoph Brech öffentlich vorgestellt. Der Gedenkort, der gemeinsam mit der Betroffeneninitiative im Erzbistum Paderborn geplant wurde, soll Betroffene von sexueller Gewalt in den Blick rücken.