Goldenstein-Nonnen ziehen wegen Instagram gegen Ex-Helfer vor Gericht

Produkt-Placement und nicht abgesprochene Beiträge

Ein Internet-Hit entwickelt sich zum Rechtsstreit, denn ein ehemaliger Helfer betreibt den bekannten Instagram-Account der Klosterbesetzer-Nonnen von Goldenstein gegen den Willen der Ordensfrauen weiter. Nun ziehen sie vor Gericht.

Schwester Regina (v.l.n.r.), Schwester Bernadette und Schwester Rita im Kloster Goldenstein bei Salzburg (Österreich) / © Benedikt Heider (KNA)
Schwester Regina (v.l.n.r.), Schwester Bernadette und Schwester Rita im Kloster Goldenstein bei Salzburg (Österreich) / © Benedikt Heider ( KNA )

Die drei betagten Nonnen vom Kloster Goldenstein ziehen gegen einen ehemaligen Helfer vor Gericht. Wie der Münchner Rechtsberater der Nonnen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte, wird der Fall am Montagmittag vor dem Landesgericht in Salzburg verhandelt. 

Der Priester Wolfgang Rothe sagte der KNA, mit der Klage bezweckten die Ordensfrauen eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber des Instagram-Kanals @nonnen_goldenstein, mit der ihm der Weiterbetrieb des Accounts im Namen der Nonnen untersagt werde.

Bei dem Verhandlungstermin in Salzburg werden die drei Schwestern persönlich anwesend sein und auf den Beklagten treffen, mit dem sie laut Rothe schon lange keinen persönlichen Kontakt mehr hatten.

Schild "Privatgrundstück" am Einfahrtstor zum Schloss Goldenstein bei Salzburg (Österreich). Das Schloss Goldenstein gehört seit 2022 dem Erzbistum Salzburg und dem Augustiner Chorherrenstift Reichersberg / © Benedikt Heider (KNA)
Schild "Privatgrundstück" am Einfahrtstor zum Schloss Goldenstein bei Salzburg (Österreich). Das Schloss Goldenstein gehört seit 2022 dem Erzbistum Salzburg und dem Augustiner Chorherrenstift Reichersberg / © Benedikt Heider ( KNA )

Dieser habe im Kloster auch bereits seit mehr als zwei Monaten Hausverbot. Mit Produkt-Placement und nicht abgesprochenen Beiträgen habe er die Schwestern sehr verärgert.

Seit kurz vor Weihnachten sorgt der Instagram-Account, mit dem die Klosterbesetzer-Nonnen aus dem österreichischen Goldenstein weltberühmt geworden waren, für Streit. Damals hatten sich die Ordensfrauen öffentlich von dem Account und dessen Betreiber distanziert. Die veröffentlichten Inhalte seien ihnen "weder vorab zur Kenntnis gebracht" noch nachträglich genehmigt worden. Nach dem Einsatz einer Medienanwältin hatte der Betreiber den Account schließlich Ende Januar stillgelegt. Kurz vor dem anstehenden Gerichtstermin war er allerdings reaktiviert worden. Erneut werden dort Spenden gesammelt.

Streit eskaliert bei Instagram

So postete @nonnen_goldenstein am Mittwoch: "Wir müssen wieder Spenden sammeln." Mit Verweis auf verschiedene Klagen gegen Helfer der Nonnen, die dazu geführt hätten, dass "mittlerweile keine Ersparnisse" mehr vorhanden seien, bittet der Kanal seine Follower um Spenden.

Die Goldensteiner Augustiner-Chorfrauen im Chorherrenstift Reichersberg (Archiv) / © Hans Hathayer (Stift Reichersberg)
Die Goldensteiner Augustiner-Chorfrauen im Chorherrenstift Reichersberg (Archiv) / © Hans Hathayer ( )

Im neuen Instagram-Account @realnonnengoldenstein warnen die Schwestern explizit vor ihrem alten Account, "der ohne Wissen und gegen den Willen der Augustiner-Chorfrauen von Goldenstein reaktiviert wurde". Und weiter: "Die Augustiner-Chorfrauen von Goldenstein erklären hiermit, dass sie mit dieser Spendensammlung nichts zu tun haben und nichts zu tun haben wollen." Der neue Kanal der Ordensfrauen hat mit rund 4.400 Followern weit weniger Reichweite als der alte mit aktuell 284.000 Followern.

Das Schicksal der Goldenstein-Nonnen, alle drei über 80 Jahre alt, hatte im Sommer 2025 international für Schlagzeilen gesorgt. Im September waren die Ordensfrauen gegen den Willen ihres Vorgesetzten aus einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt. Das Gebäude gehört seit 2022 zu gleichen Teilen dem Erzbistum Salzburg und dem Stift Reichersberg. Die Schwestern geben an, ihnen sei ursprünglich ein lebenslanger Verbleib zugesagt worden; nach Krankenhausaufenthalten mussten sie jedoch Ende 2023 in ein Heim umziehen.

Quelle:
KNA