Bei Ausgrabungen in der Nähe des Aachener Doms sind Archäologen auf sieben menschliche Skelette gestoßen. Wahrscheinlich handelt es sich um Bestattungen auf einem Friedhof, der bis ins 19. Jahrhundert auf dem Münsterplatz an der Kathedrale genutzt wurde, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte.
Die Forscher graben auf dem Platz derzeit auf der Fläche von zwei Baumscheiben, die demnächst neu bepflanzt werden sollen. Stadtarchäologe Andreas Schaub rechnet mit weiteren Funden – auch aus Mittelalter und Römerzeit.
Die gefundenen Skelette werden laut Stadt nun Grab für Grab entnommen. Danach würden sie von der städtischen Archäologie gesäubert und inventarisiert, bevor sie an das Archiv des Landschaftsverbands Rheinland gingen. Die Funde könnten wichtige Erkenntnisse darüber liefern, wie die Aachener vor 300 bis 400 Jahren gelebt haben und wie ihr Gesundheitszustand war.
Mauerreste und Römerthermen
Neben den Skeletten wurden den Angaben zufolge auch Mauerreste der sogenannten "Münsterimmunität" entdeckt. Die Einfriedung gehöre zu einem ehemaligen Rechtsbezirk am Dom. Die Forscher hätten sie ursprünglich einige Meter weiter südlich vermutet.
Die Grabungen in dem archäologisch wenig erforschten Bereich seien aktuell auf einer Tiefe von 60 bis 70 Zentimetern angelangt. Geplant sei eine Grabungstiefe von rund 1,50 Metern. "Ich gehe ganz stark davon aus, dass wir Reste der römischen Therme finden, wenn wir noch tiefer gehen", erklärte Schaub.
Am Münsterplatz lagen laut Forschern die größten römischen Heilthermen der Stadt. Wie lange die Grabungen noch andauern, sei unklar. Schaub rechnet mit rund drei Monaten.