Sie hat sich mit Befreiungstheologie befasst, mit dem Fegefeuer, mit Menschenwürde, Religionsfreiheit, Frauen in der Kirche, Verfehlungen der Kirche und mit Inkulturation. Seit fast 57 Jahren berät die Internationale Theologische Kommission (ITK) den Papst und seine Behörde für die Glaubenslehre in theologischen Fragen. Zuletzt auch beim Thema Transhumanismus.
Papst Paul VI. (1963-1978) hatte das Gremium 1969 errichtet, auf Empfehlung der ersten Bischofssynode 1967, die ihn bei der Leitung der Weltkirche beraten soll. Die Internationale Theologenkommission soll aktuelle theologische Debatten und Streitfragen - von denen gab es ab den 1960er Jahren etliche - behandeln. Sie erhält dazu auch gezielt Aufträge des Papstes oder des Heiligen Stuhls, insbesondere der Glaubensbehörde.
Die Kommission setzt sich aus Theologen diverser Denkrichtungen und Nationen zusammen. Sie sollen sich durch wissenschaftliche Qualifikation und Treue zum kirchlichen Lehramt auszeichnen. Die bis zu 30 Mitglieder aus aller Welt werden nach Befragung der Bischofskonferenzen dem Papst vorgeschlagen und von diesem für jeweils fünf Jahre ernannt. Sie kommen mindestens einmal im Jahr zu einer Vollversammlung zusammen. Daneben können sich Unterkommissionen treffen.
2004 wurden erstmals auch zwei Frauen berufen: die US-Ordensfrau Sara Butler und die deutsche Theologin Barbara Hallensleben. Vorsitzender ist laut Statut der Präfekt des Glaubensdikasteriums, derzeit der argentinische Kardinal Víctor Fernández. Deutschsprachige Mitglieder der zehnten Amtsperiode der ITK (2021-2026) sind Karl-Heinz Menke (Bonn) und Marianne Schlosser (Wien). Hinzu kommen die in Australien lebende Ordensfrau Isabell Naumann und der in den USA lehrende Theologe Reinhard Hütter.
Frühere langjährige Mitglieder waren die Kardinäle Joseph Ratzinger, Karl Lehmann und Christoph Schönborn. Nach den Worten des Bonner Theologen Menke beanspruchen die Dokumente der ITK "keine Originalität, sondern erheben den Anspruch, einen Konsens von Theologen aus 30 Nationen abzubilden". (kna)