Musikkabarettist Bodo Wartke hatte bei Kirchentagen prägende Erlebnisse in Bezug auf Kirche und Religion. "Die halten mich davon ab, aus der Kirche auszutreten", sagte der evangelische Christ der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) im Interview.
Außerdem löse ein Austritt kein Problem, so Wartke (48), der im Mai erstmals bei einem Katholikentag auftreten wird. Wartke thematisiert ist seinen Programmen immer wieder Religion und Kirche. Beispielsweise kritisiert er in einem Lied die stockende Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an Kindern in der katholischen Kirche.
"Bei all meinen Liedern mit Religionskritik ist es mir wichtig, nicht die jeweilige Religion im Ganzen anzugreifen, sondern das jeweilige Verbrechen", so Wartke. "Und ich mache deutlich, dass keine Religion davor gefeit ist." Wartke beschrieb, dass Religion, wie vieles in der Welt, das ist, was Menschen daraus machen.
"Religionen halten gute Ideen für den Umgang miteinander bereit, sonst wären sie wohl nicht seit Jahrtausenden so erfolgreich, denke ich.
Kirchentag mit besonderer Stimmung
Beispielhaft dafür seien für ihn die Kirchentage, die er nach eigener Aussage als sehr lösungsorientiert und den akuten Problemen der Gegenwart zugewandt erlebt hat. "Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Kirchentag in Dresden.
Bei der Eröffnungszeremonie standen tausende Menschen dicht an dicht. Aber die Stimmung war anders als sonst bei Menschenmassen. Die Leute gaben aufeinander acht, nahmen Rücksicht." Außerdem sei auf die Umwelt geachtet worden, so Wartke.
Wartke steht seit 30 Jahren mit Klavier-Kabarett auf der Bühne. In seinen Programmen verbindet er Wortspiele, Musik, Humor und Gesellschaftskritik. 2024 erlangte sein Zungenbrecher-Rap "Barbaras Rhabarberbar" Popularität. Wartke ist Träger des Deutschen Sprachpreises.