Erzbischof Gössl ruft in seinem Fastenbrief zum Loslassen auf

"Alles bleibt wie immer" sei leeres Versprechen

Mit einem Fastenhirtenbrief wendet sich Erzbischof Herwig Gössl an die Katholikinnen und Katholiken des Erzbistums Bamberg. Darin warnt er vor leeren Wahlversprechen und fordert mehr Mut zu Veränderungen in Politik und Kirche.

Gottesdienst am dritten Tag der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Kloster Steinfeld unter der Leitung von Erzbischof Herwig Gössl, Erzbischof von Bamberg 
 / © Nicolas Ottersbach (DR)
Gottesdienst am dritten Tag der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Kloster Steinfeld unter der Leitung von Erzbischof Herwig Gössl, Erzbischof von Bamberg / © Nicolas Ottersbach ( DR )

Parteien, die behaupten, dass mit ihnen alles so bleibt wie immer, machen leere Versprechen - davon ist der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl überzeugt. "In einer sich verändernden Welt braucht es auch die Bereitschaft, sich zu bewegen", schreibt Gössl in seinem Hirtenwort zur Fastenzeit. Dieses soll in den Sonntagsmessen in allen Pfarreien des Erzbistums verlesen werden.

Manchen mache das Angst, so der Erzbischof. "In einer Welt und in einer Kirche, in denen so viel Vertrautes sich auflöst und verloren geht, fühlen sich Menschen zunehmend verunsichert." Der christliche Glaube könne aber Mut machen. Denn Gott gehe mit. Mit seinem Segen könne man auch heute Veränderungen gestalten und neue Wege und Zugänge zu den Menschen entdecken.

Diese Umbrüche könnten schmerzhaft sein, so Gössl. Auch die Kirche müsse manches loslassen - etwa Besitz, Gebäude, Stellen und gewohnte Zeiten und Orte für Gottesdienste. Das könne aber auch eine Chance sein: "Menschen können entdecken, dass die persönliche Beziehung zum Herrn das tragende Fundament unseres Lebens als Kirche ist, nicht die Hütten, die wir bauen, nicht die Gemeindehäuser und noch nicht einmal unbedingt all die Kirchengebäude." Die Fastenzeit könne aufzeigen, dass nicht die Steigerung von Besitz glücklich mache, sondern das Teilen von Zeit, Geld und Möglichkeiten. 

Herwig Gössl

Herwig Gössl wurde 1967 in München geboren und ist in Nürnberg aufgewachsen. Nach dem Abitur trat er im Jahr 1986 ins Bamberger Priesterseminar ein und wurde nach Studien in Bamberg und Innsbruck im Jahr 1993 von Erzbischof Dr. Elmar Maria Kredel zum Priester geweiht.

Nach vierjähriger Kaplanszeit in Bayreuth, St. Hedwig, wurde er im September 1997 zunächst zum Pfarradministrator und schließlich zum Pfarrer der Pfarreien Hannberg und Weisendorf im Dekanat Erlangen ernannt.

Herwig Gössl / © Katharina Gebauer (KNA)
Herwig Gössl / © Katharina Gebauer ( KNA )
Quelle:
KNA