Vesperkirche Stuttgart verteilt 38.000 Essen für Bedürftige

Täglich 700 bis 800 Essen

Es ist ein Beispiel kirchlichen Engagements: Die Vesperkirche Stuttgart hat in den vergangenen knapp sieben Wochen rund 38.000 Essen an Bedürftige ausgegeben. An der Aktion nahmen auch Spitzenpolitiker aus Baden-Württemberg teil.

Politiker Cem Özdemir unterstützt das Team der Vesperkirche bei der Ausgabe von Kaffee und Tee an Bedürftige am 17. Februar 2026 in der Leonhardskirche in Stuttgart. / © Norbert Demuth/KNA (KNA)
Politiker Cem Özdemir unterstützt das Team der Vesperkirche bei der Ausgabe von Kaffee und Tee an Bedürftige am 17. Februar 2026 in der Leonhardskirche in Stuttgart. / © Norbert Demuth/KNA ( KNA )

In der mit Tischreihen im Innenraum zur Vesperkirche umgestalteten evangelischen Leonhardskirche Stuttgart wurden täglich 700 bis 800 Essen ausgegeben. Das hat die Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann zum Ende der Aktion bilanziert. Rund 900 Ehrenamtliche seien an der Aktion beteiligt. "Dies bedeutet in Zahlen 13.000 Ehrenamtsstunden in sieben Wochen, 100.000 befüllte Tassen, 10.000 Kilogramm geschöpftes Essen, 14.500 vorbereitete Brottüten und 38.000 ausgegebene Essen", erläuterte Ehrmann.

Spitzenpolitiker bei Bedürftigen

Mehrere Politiker hätten die Vesperkirche besucht, "tatkräftigen Einsatz" und reges Interesse gezeigt, darunter die Spitzenkandidaten von Grünen und CDU für die Landtagswahl, Cem Özdemir und Manuel Hagel, sowie Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU).

Manuel Hagel, CDU (CDU/CSU)

Özdemir sagte bei seinem Besuch in der Vesperkirche, bei dem er Tee und Kaffee ausschenkte, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): "Für mich ist das gelebte Christentum, das hier den Menschen angeboten wird."

Pfarrerin: Armutsproblem in Gesellschaft

Pfarrerin Ehrmann wies auch darauf hin, dass die Nachfrage nach solchen Hilfsangeboten groß sei. "Es wurde auch sichtbar, dass wir in unserer Gesellschaft, in Stuttgart, ein Armutsproblem haben." Davon betroffen seien vor allem Rentnerinnen und arbeitslose Menschen.

Täglich wurde in der noch bis 7. März zugänglichen Vesperkirche eine Arztsprechstunde angeboten. Vesperkirchengäste - darunter auch Wohnungslose und Obdachlose - konnten sich zudem die Haare schneiden oder die Füße pflegen lassen. Die Gesamtkosten für eine Vesperkirchen-Saison liegen laut Ehrmann bei rund 500.000 Euro, die vor allem durch Spenden finanziert würden.

Quelle:
KNA