Der Passauer Bischof Stefan Oster hat erneut US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Trump mache "in mehrfacher Hinsicht eine menschen- und schöpfungsfeindliche Politik", die mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar sei, hält Oster in einem neuen Eintrag auf seiner Internetseite fest.
"Mancher traditionsorientierte Christ meint, ihn verteidigen zu müssen, weil er sich doch immerhin so klar gegen Abtreibungen positioniert", wendet der Bischof zugleich ein. Oster hält Trump bei diesem Thema jedoch nicht für prinzipienfest: "Ich würde ihm jederzeit zutrauen, in Sachen Abtreibung den Schalter sofort in die gegensätzliche Richtung umzulegen, sollte er realisieren, dass das seinen persönlichen Größenfantasien zugutekommen könnte."
Verwicklung in Epsteins Machenschaften
Außerdem sei es "gut möglich, dass durch seine jahrelangen Verwicklungen in die Machenschaften von Jeffrey Epstein noch einmal Dinge zum Vorschein kommen, die die schlimmsten Befürchtungen über seinen persönlichen moralischen Zustand noch einmal überbieten", fügt Oster hinzu. "Deshalb halte ich seine Präsidentschaft für unzuverlässlich und gefährlich."
Als einen Hintergrund für seine Distanzierung von Trump verwies Oster auf eine Erfahrung, die er mit anderen katholischen Christen teile. Wer die Lehre der Kirche über Familie und Sexualität verteidige, werde oft "als 'rechts' gelabelt". Dazu komme, dass Trumps MAGA-Bewegung stark mit religiös konservativen Positionen in Verbindung gebracht werde. Das trage konservativen Katholiken den Verdacht ein, sie würden Trump favorisieren und müssten daher als antidemokratisch bekämpft werden.
Der Bischof betont: "Nein, ich habe weder Interesse an völkischem Denken, noch an Rechtsaußenpolitik, noch an religiösen Verbindungen in die USA. Ich versuche schlicht katholisch zu sein."