Bischof von Passau nennt Donald Trump "gefährlich"

Kein Interesse an religiösen Verbindungen in die USA

Der Bischof von Passau hat erneut deutlichen Abstand zu Donald Trump genommen. Seine Präsidentschaft sei unzuverlässig und gefährlich. Stefan Oster reagiert damit auf Kritiker, die ihn in eine bestimmte Ecke stellen wollen.

US-Präsident Donald Trump sitzt mit Außenminister Marco Rubio bei einem Empfang für die Empfänger der Kennedy Center Honors im Außenministerium in Washington. / © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa (dpa)
US-Präsident Donald Trump sitzt mit Außenminister Marco Rubio bei einem Empfang für die Empfänger der Kennedy Center Honors im Außenministerium in Washington. / © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa ( dpa )

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat erneut US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Trump mache "in mehrfacher Hinsicht eine menschen- und schöpfungsfeindliche Politik", die mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar sei, hält Oster in einem neuen Eintrag auf seiner Internetseite fest. 

Bischof Stefan Oster / © Armin Weigel (dpa)
Bischof Stefan Oster / © Armin Weigel ( dpa )

"Mancher traditionsorientierte Christ meint, ihn verteidigen zu müssen, weil er sich doch immerhin so klar gegen Abtreibungen positioniert", wendet der Bischof zugleich ein. Oster hält Trump bei diesem Thema jedoch nicht für prinzipienfest: "Ich würde ihm jederzeit zutrauen, in Sachen Abtreibung den Schalter sofort in die gegensätzliche Richtung umzulegen, sollte er realisieren, dass das seinen persönlichen Größenfantasien zugutekommen könnte."

Verwicklung in Epsteins Machenschaften

Außerdem sei es "gut möglich, dass durch seine jahrelangen Verwicklungen in die Machenschaften von Jeffrey Epstein noch einmal Dinge zum Vorschein kommen, die die schlimmsten Befürchtungen über seinen persönlichen moralischen Zustand noch einmal überbieten", fügt Oster hinzu. "Deshalb halte ich seine Präsidentschaft für unzuverlässlich und gefährlich."

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten wurde bereits lange gefordert. / © Mehmet Eser/ZUMA Press Wire/dpa (dpa)
Die Veröffentlichung der Epstein-Akten wurde bereits lange gefordert. / © Mehmet Eser/ZUMA Press Wire/dpa ( dpa )

Als einen Hintergrund für seine Distanzierung von Trump verwies Oster auf eine Erfahrung, die er mit anderen katholischen Christen teile. Wer die Lehre der Kirche über Familie und Sexualität verteidige, werde oft "als 'rechts' gelabelt". Dazu komme, dass Trumps MAGA-Bewegung stark mit religiös konservativen Positionen in Verbindung gebracht werde. Das trage konservativen Katholiken den Verdacht ein, sie würden Trump favorisieren und müssten daher als antidemokratisch bekämpft werden.

Der Bischof betont: "Nein, ich habe weder Interesse an völkischem Denken, noch an Rechtsaußenpolitik, noch an religiösen Verbindungen in die USA. Ich versuche schlicht katholisch zu sein."

Quelle:
KNA