DOMRADIO.DE: Herr Generalmajor, wie christlich ist der Auftrag, sich im Notfall verteidigen zu müssen?
Ansgar Meyer (Generalmajor der Bundeswehr in Koblenz): Ein wichtiger Auftrag, weil es darum geht, unsere Gemeinschaft zu schützen und zu verteidigen. Also nicht die Gewalt anzuwenden um der Gewalt willen, sondern ausschließlich zum Schutz. Und als Christ und Soldat glaube ich, dass wir da einen richtigen Weg gehen.
DOMRADIO.DE: Viele Menschen haben aufgrund der weltpolitischen Lage Angst. Wie weit sind wir von einem Krieg entfernt? Wie schätzen Sie das ein?
Meyer: Schwer zu sagen. Wir arbeiten beim Militär immer mit der Annahme: 'Was kann am schlimmsten auf uns zukommen?' Deswegen müssen wir uns vorbereiten, nicht um in den Krieg zu ziehen, sondern um glaubhaft zu machen: 'Wenn es so weit käme, können wir uns wehren.' Wir haben mittlerweile auch Kriegsbilder, die mit früheren nicht mehr vergleichbar sind. Es ist ein hybrides Bild. Wir werden heute schon täglich angegriffen – zum Beispiel im Internet. Da gilt es, Vorsorge zu treffen. Dazu benötigen wir die Gesellschaft.
DOMRADIO.DE: In Ihrer Fastenpredigt haben Sie Werte wie Resilienz und Verzicht unterstrichen. Wie kann uns die Fastenzeit helfen, keine Angst vor potenziell gefährlichen Nachbarn haben zu müssen?
Meyer: Es ist so ähnlich wie in der Vorweihnachtszeit, in der man mal zurücktreten und nachdenken kann. Also sich nicht in Hektik stürzen, sondern alles in Ruhe. Wir können auch aus unserem Glauben viel Kraft ziehen. In dem Glauben nicht, dass alles gut wird, sondern dass wir gemeinsam zusammenstehen und diesen Gefahren widerstehen können.
DOMRADIO.DE: Wie wichtig ist Ihnen dabei ein solch besinnlicher Ort wie in diesem Falle das Kloster Maria Laach?"
Meyer: Ich habe es jetzt wieder festgestellt, als ich im Chorgestühl sitzen durfte: einfach nur still sitzen und lauschen, an gar nichts weiter denken. Das strahlt sofort Ruhe und Gelassenheit aus.
Das Interview führte Bernd Knopp.