Nach den Worten des Trierer Bischofs Stephan Ackermann ist Gott nicht einfach jemand, der Wünsche aus Gebeten erfüllt.
Vielmehr sei Gott selbst die Antwort auf jedes Gebet, predigte er am Donnerstag bei der Vollversammlung der Bischofskonferenz in Würzburg.
"Damit werden unsere konkreten Bittgebete nicht überflüssig, aber sie stehen im umfassenden Horizont des lebendigen Gottes", so der Bischof wörtlich. Das, was Gott zurückgebe, sei seine Nähe, sein Innerstes.
Menschen hätten sich schon oft die Frage gestellt, ob und wie Gott Gebete erhöre, sagte Ackermann. Manche sagten dann, dass es nicht seine Aufgabe sei, einfach alles zu erfüllen, andere meinten, dass Gott auf eine Art höhere Weise antworte, die die Menschen nicht unmittelbar verstünden. "Das Problem ist nur, dass Menschen, die vom Hungertod bedroht sind, Menschen, die auf der Flucht sind, Menschen, die nicht wissen, wie sie ihre Familie durchbringen sollen, nicht auf eine 'höhere Weise' erhört, sondern schlicht gerettet werden wollen", so Ackermann.
Wieder andere sagten, wenn Jesus zum Beten auffordere, gehe es nicht um die Erfüllung von Bitten, sondern darum, sich selbst auf Gott zuzubewegen. All diese Aspekte spielten vielleicht eine Rolle, sagte der Bischof. "Und doch bleibt, wenn wir ehrlich sind, eine gewisse Ratlosigkeit zurück. Die ist nicht zu überwinden. Die sollten wir auch nicht leugnen." Ihm selbst helfe bei der Frage nach Sinn und Wirkung von Gebeten dabei genau dieser Gedanke: dass man letztlich um Gottes Nähe bitte.
Zugleich sei die Gebetssprache der Gottesdienste eine Hilfe, wo einem selbst die richtigen Worte fehlten, sagte Ackermann. Sie sei stark, wenn man noch nach Jahren oder Jahrzehnten Neues darin entdecken könne. (KNA)