US-Grenzbischöfe beorgt über Vorgehen der Trump-Regierung

Proteste gegen rigoroses Vorgehen

Gemeinsames Signal von der Grenze: Zwanzig US-Bischöfe warnen vor Reformen, die Migrantenrechte schwächen. Sie kritisieren aktuelles Vorgehen als gesetzeswidrig und erheben ganz konkrete Forderungen.

Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE halten eine Person während einer Demonstration fest / © Adam Gray/AP (dpa)
Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE halten eine Person während einer Demonstration fest / © Adam Gray/AP ( dpa )

Zwanzig katholische Bischöfe aus US-Grenzstaaten haben sich am Dienstag besorgt über diskutierte Reformen der Einwanderungskontrollen geäußert. In einem auf dem Internetportal des "Hope Border Institute" mit Sitz in El Paso (Texas) veröffentlichten Statement erklärten sie: "Wir erkennen zwar das Recht und die Pflicht einer souveränen Nation an, ihre Gesetze durchzusetzen, sind aber auch der Meinung, dass diese Gesetze in einer Weise aufrechterhalten werden sollten, die die gottgegebene Menschenwürde und die Rechte der menschlichen Person schützt."

Blick auf El Paso / © Aaron Weathers (shutterstock)

Die Bischöfe kritisieren die aktuelle Praxis von beschleunigten Abschiebungen ohne ordnungsgemäße Gerichtsverfahren und die Masseninhaftierungen als nicht verfassungskonform - ebenso wie die Verweigerung des Rechts, an der Grenze einen Asylantrag zu stellen. Mit Verweis auf US-Recht fordern sie den Schutz besonders sensibler Orte, wie Gotteshäuser, Schulen und Gesundheitseinrichtungen.

Schutz von Kirchen gefordert

Erfahrungen aus der Seelsorge zeigten, dass Gemeindemitglieder aus Angst vor der Einwanderungsbehörde der Kirche fernblieben. Ähnliches sei in Schulen und Krankenhäusern zu beobachten, so die Unterzeichner.

Die Bischöfe der Grenzstaaten wollen der Politik mit ihrem Statement Empfehlungen mitgeben, wie eine Reform der Durchsetzung der Einwanderungsgesetze so umgesetzt werden könne, dass die Menschenrechte von Einwanderern und ihren Familien geschützt werden.

In der Nähe der Park Avenue United Methodist Church in Minneapolis kommt es zu einer chaotischen Szene zwischen Dutzenden von Demonstranten und ICE-Agenten, nur zwei Blocks von dem Ort entfernt, an dem Renee Good am 7. Januar getötet wurde. / © Renee Jones Schneider/TNS via ZUMA Press Wire/dpa  (dpa)
In der Nähe der Park Avenue United Methodist Church in Minneapolis kommt es zu einer chaotischen Szene zwischen Dutzenden von Demonstranten und ICE-Agenten, nur zwei Blocks von dem Ort entfernt, an dem Renee Good am 7. Januar getötet wurde. / © Renee Jones Schneider/TNS via ZUMA Press Wire/dpa ( dpa )

Sie erklärten sich zur Zusammenarbeit bereit, deren Ziel es sei, ein Einwanderungssystem zu schaffen, das die öffentliche Sicherheit gewährleiste, Menschenrechte schütze, Wirtschaftswachstum und Gerechtigkeit fördere und "unser Erbe als Nation von Einwanderern bewahrt".

Staatsbürgerschaft für Migranten

Die Bischöfe treten dafür ein, dass gesetzestreue Einwanderer eine Chance zum Erwerb einer US-Staatsbürgerschaft erhalten sollten: "Daher sind wir der Meinung, dass Einwanderer und ihre Familien, die einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, nicht abgeschoben werden sollten." Außerdem sei auf die Trennung von Familien zu verzichten, weil die Trennung Kindern "unnötigen emotionalen Schaden zufügen" und ihre Entwicklung beeinträchtigen könne.

Ergänzend sollten Kongress und Regierung nach Meinung der Bischöfe Wiedereingliederungsprogramme für Abgeschobene finanzieren. "Schließlich fordern wir die US-Regierung auf, die Ursachen der irregulären Migration - fehlende wirtschaftliche Entwicklung, Klimaverschlechterung sowie Konflikte und Unsicherheit in den Herkunftsländern - zu bekämpfen und in Reintegrationsprogramme zu investieren, um sicherzustellen, dass die Einwanderer sicher und menschlich in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren und sich und ihre Familien in Würde ernähren können."

Die katholische Kirche in den USA

Die römisch-katholische Kirche ist die größte Glaubensgemeinschaft der USA, denn die Protestanten teilen sich in verschiedene Konfessionen. Ein knappes Viertel der US-Amerikaner ist katholisch, die meisten Katholiken leben im Nordosten und im Südwesten. Genaue Zahlen sind schwierig, weil in den USA der Wechsel einer Konfession sehr häufig vorkommt.

Die katholische Kirche in den USA / © rawf8 (shutterstock)
Die katholische Kirche in den USA / © rawf8 ( shutterstock )

 

Quelle:
KNA