Um gesellschaftlichen Herausforderungen angemessen zu begegnen, braucht es nach Ansicht des Papstbotschafters in Deutschland, Nuntius Nikola Eterovic, eine Haltung der Nächstenliebe. Diese müsse das gesamte christliche Leben durchdringen, sagte Eterovic am Montag in einem Grußwort zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Würzburg.
Nächstenliebe sei dabei keine Theorie, sondern eine Haltung: "Im Laufe der Geschichte hat sich die christliche Nächstenliebe insbesondere durch gute Taten für Kranke, Arme, Sklaven, Gefangene, Migranten und Verfolgte offenbart." Eterovic erinnerte an die Verlautbarungen der Päpste seit Johannes Paul II. zu diesem Thema.
Zuletzt habe Leo XIV. bekräftigt, dass Nächstenliebe ein zentrales Merkmal der Kirche sei. Christen sollten sich ein Beispiel am Gleichnis vom barmherzigen Samariter nehmen und andere Menschen nicht als Störenfriede oder Probleme wahrnehmen, sondern als menschliche Wesen und Abbilder Gottes.
Das gelte auch für die katholische Kirche. Dabei müssten nicht alle auf die gleiche Weise denken und handeln. Vielmehr könne Einheit sich auch in Vielfalt ausdrücken: "der Theologien, der Spiritualität, der liturgischen Riten und der pastoralen Erfahrungen."