Papstbotschafter richtet Grußwort an Vollversammlung der Bischöfe

Nächstenliebe als Antwort auf Fragen unserer Zeit

Der Papstbotschafter Nikola Eterovic verlangt mehr als schöne Worte in Zeiten von Krisen, nämlich konkrete Taten der Nächstenliebe. Dies sei ein zentrales Prinzip des Christentums, betont er in einem Grußwort an die deutschen Bischöfe.

Rainer Maria Kardinal Woelki mit Nuntius Eterovic in Münster (dpa)
Rainer Maria Kardinal Woelki mit Nuntius Eterovic in Münster / ( dpa )

Um gesellschaftlichen Herausforderungen angemessen zu begegnen, braucht es nach Ansicht des Papstbotschafters in Deutschland, Nuntius Nikola Eterovic, eine Haltung der Nächstenliebe. Diese müsse das gesamte christliche Leben durchdringen, sagte Eterovic am Montag in einem Grußwort zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Würzburg.

Erzbischof Nikola Eterovic / © Lars Berg (KNA)
Erzbischof Nikola Eterovic / © Lars Berg ( KNA )

Nächstenliebe sei dabei keine Theorie, sondern eine Haltung: "Im Laufe der Geschichte hat sich die christliche Nächstenliebe insbesondere durch gute Taten für Kranke, Arme, Sklaven, Gefangene, Migranten und Verfolgte offenbart." Eterovic erinnerte an die Verlautbarungen der Päpste seit Johannes Paul II. zu diesem Thema. 

Zuletzt habe Leo XIV. bekräftigt, dass Nächstenliebe ein zentrales Merkmal der Kirche sei. Christen sollten sich ein Beispiel am Gleichnis vom barmherzigen Samariter nehmen und andere Menschen nicht als Störenfriede oder Probleme wahrnehmen, sondern als menschliche Wesen und Abbilder Gottes.

Das gelte auch für die katholische Kirche. Dabei müssten nicht alle auf die gleiche Weise denken und handeln. Vielmehr könne Einheit sich auch in Vielfalt ausdrücken: "der Theologien, der Spiritualität, der liturgischen Riten und der pastoralen Erfahrungen."

Apostolischer Nuntius

Der Apostolische Nuntius ist in Doppelfunktion Gesandter des Papstes bei einer Ortskirche und zugleich bei einem Staat oder einer öffentlichen Autorität. Als Mittelsmann des Papstes soll er in erster Linie die Verbindung zwischen dem Apostolischen oder Heiligen Stuhl und der Kirche seines Gastlandes halten und stärken. Zudem soll er nach den Normen des internationalen Rechts das Verhältnis zwischen dem Vatikan und den Staatsautoritäten pflegen, Staat-Kirche-Fragen behandeln und etwa durch Konkordate oder andere Vereinbarungen regeln.

Ein Pileolus und eine Stola liegen auf einer Kirchenbank / © Harald Oppitz (KNA)
Ein Pileolus und eine Stola liegen auf einer Kirchenbank / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA