Jugendverband widerspricht CDU-Aufruf zu pauschalen Handyverboten

"Jugendliche müssen mitreden können"

Sollen Kinder und Jugendliche erst ab einem gewissen Alter Zugang zu Sozialen Medien haben? Braucht es Handyverbotszonen an den Schulen? Die Debatte darüber haben Beschlüsse auf dem CDU-Parteitag befeuert. Der BDKJ ist gegen Verbote.

Jugendliche mit Smartphone (shutterstock)

In der Debatte über gesetzliche Einschränkungen beim Zugang zu Sozialen Medien und der Handynutzung für Kinder und Jugendliche warnt der katholische Jugenddachverband BDKJ vor pauschalen Verboten. Dies würde dazu führen, "dass junge
Menschen von gesellschaftlicher und demokratischer Teilhabe ausgeschlossen werden", sagte der BDKJ-Bundesvorsitzende Henner Gädtke am Samstagabend in Düsseldorf.

Henner Gädtke, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Aufnahmedatum und -ort sind unbekannt. / © Christian Schnaubelt (BDKJ)
Henner Gädtke, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Aufnahmedatum und -ort sind unbekannt. / © Christian Schnaubelt ( BDKJ )

Stattdessen brauche es einen kinderrechtsbasierten Ansatz, "der Schutz, Befähigung und Teilhabe gemeinsam in den Blick nimmt", so Gädtke. Der BDKJ-Bundesvorsitzende forderte "wirksame politische Rahmenbedingungen, die Plattformen in die Pflicht nehmen und junge Menschen stärken". Dazu gehörten altersgerechte Voreinstellungen, weniger manipulative Mechanismen und klare Schutzstandards.

Junge Menschen beteiligen

Außerdem müssten junge Menschen verbindlich an politischen Entscheidungen über digitale Räume beteiligt werden. "Wenn über Regeln für ihre Lebenswelt entschieden wird, müssen sie mitreden können", so der Jugenddachverband.

Zuvor hatte sich die CDU auf ihrem Bundesparteitag in Stuttgart für Handyverbotszonen an Schulen und ein Social Media-Verbot für Kinder bis 14 Jahre ausgesprochen. Auch die SPD befürwortet einen solchen Schritt.

Verbote greifen zu kurz

Die aktuellen Vorschläge zeigten, dass es ein wachsendes Problembewusstsein für Suchtmechanismen, psychische Belastungen und Desinformation gebe, kommentierte BDKJ-Vertreterin Lisa Quarch. "Aber wir brauchen Lösungen, die Kinderschutz und Kinderrechte zusammenbringen. Wer nur verbietet, ohne Plattformmacht zu regulieren und Medienbildung auszubauen, greift zu kurz", betonte Quarch. 

"Wir rufen daher die SPD und CDU sowie alle weiteren Parteien dazu auf, die Debatte an den Rechten und Lebensrealitäten junger Menschen auszurichten und gemeinsam mit ihnen tragfähige, wirksame und gerechte Regelungen für digitale Räume zu entwickeln."

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist der Dachverband von 17 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er versteht sich in erster Linie als Interessenvertretung dieser Verbände in Kirche, Staat und Gesellschaft und kümmert sich darüber hinaus um die Absicherung der finanziellen Förderung.

Fahne des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) / © Harald Oppitz (KNA)
Fahne des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA