Caritas München verteidigt Verkäufe von Immobilien

Sorge um bezahlbaren Wohnraum

Der Oberbürgermeister von München und der Mieterbund warnen vor Mietsteigerungen, wenn die Caritas ihre Immobilien wie geplant verkauft. Darauf reagierte die Caritas München prompt und betonte den Schutz bezahlbarer Wohnungen.

Panoramablick über München / © Travel Faery (shutterstock)
Panoramablick über München / © Travel Faery ( shutterstock )

Der Caritasverband des Erzbistums München und Freising hat erneut geplante Immobilienverkäufe in München verteidigt. Vor dem Hintergrund steigender Investitionskosten sei die Caritas angehalten, ihren Immobilienbestand regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls Ressourcen für das Kerngeschäft freizumachen, so der Sozialverband in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme. "Dabei geht es nicht um kurzfristige finanzielle Erwägungen, sondern um die nachhaltige Sicherung unserer sozialen Arbeit."

Caritas will Gebäude verkaufen

Zuvor hatten der DMB Mieterverein München und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in einem offenen Brief vor den möglichen Folgen eines Immobilienverkaufs gewarnt. Konkret geht es dabei um zwei Wohnhäuser in der Schrenkstraße auf der Schwanthalerhöhe sowie ein Wohnheim für junge Studierende und Auszubildende in der Zieblandstraße im Stadtteil Schwabing. Die Caritas plant demnach seit Längerem, die Gebäude zu veräußern.

Symbolbild Caritas / © BalkansCat (shutterstock)

Es müsse verhindert werden, dass die Mieten durch einen Eigentümerwechsel angehoben und für die Bewohner unbezahlbar würden, mahnen Mieterbund und Oberbürgermeister. Gerade vor dem Hintergrund des Wohnraummangels und der teilweise enorm hohen Mietkosten in München sei es wichtig, dass bezahlbare Angebote wie etwa das Jugendwohnen bestehen blieben. "Caritas steht für Nächstenliebe und soziale Verantwortung. Wir erwarten, dass dieser Anspruch auch bei Immobilienentscheidungen sichtbar wird", heißt es im Brief.

Verkauf an gemeinwohlorientierten Investor

Sollte es zu einem Verkauf der Immobilien kommen, müsse zudem gewährleistet sein, dass diese an Investoren gingen, "die das Wohl der Mietenden und der Stadtgesellschaft in den Mittelpunkt stellen - und nicht Gewinnmaximierung". Die Caritas könne beim Vertragsabschluss auf sozialverträgliche Lösungen wie Mietobergrenzen, langfristige Wohnrechte oder den Ausschluss von Eigenbedarfskündigungen hinwirken. "Die Verunsicherung von Mieterinnen und Mietern darf nicht die Folge strategischer Neuausrichtungen sein", mahnen Verband und Oberbürgermeister.

Laut Caritas befinden sich die beiden Wohnhäuser in der Schrenkstraße derzeit "in einem offenen und transparenten Verkaufsprozess, der von einem unabhängigen Makler begleitet wird". Die betroffenen Mieterinnen und Mieter seien frühzeitig über die Verkaufsabsichten informiert worden. Der Verband suche einen Käufer, der sich der sozialen Verantwortung bewusst sei. "Für die Bewohnerinnen und Bewohner gilt klar: Ein Eigentümerwechsel ändert nichts an den bestehenden Mietverträgen. Rechte und Pflichten bleiben vollständig erhalten und gehen auf den neuen Eigentümer über."

Handlungsfähigkeit langfristig sichern

In Bezug auf die Einrichtung für das Jugendwohnen ist die Caritas laut eigenen Angaben bestrebt, den Fortbestand des Angebots zu sichern und eine Lösung zu finden, "die dem sozialen Charakter des Hauses gerecht wird", heißt es. "Unser Ziel bleibt es, soziale Verantwortung wahrzunehmen und zugleich die langfristige Handlungsfähigkeit der Caritas zu sichern."

Die geplanten Immobilienverkäufe hatten bereits im November für Aufregung gesorgt. Die Caritas hatte sich damals schon mit einer ähnlichen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Sowohl Caritas als auch Mieterverein und die Stadt München signalisierten ferner Gesprächsbereitschaft.

Erzbistum München und Freising

Um das Jahr 724 kam der Heilige Korbinian aus Arpajon bei Paris als Wanderbischof nach Freising und predigte in Altbayern den christlichen Glauben. Er ist der geistliche Vater des Bistums Freising und des Erzbistums München und Freising. 739 wurde das Bistum Freising errichtet und entwickelte sich in der Folge zum kulturellen Zentrums Altbayerns. 

Türme des Liebfrauendoms in München / © FooTToo (shutterstock)
Türme des Liebfrauendoms in München / © FooTToo ( shutterstock )
Quelle:
KNA