Vorsitzender von Landshuter "Papst-Verein" steht unter Betrugsverdacht

Probleme mit Immobilien

Gegen den Vorsitzenden eines bayerischen Vereins mit Papst-Bezug im Namen laufen Ermittlungen. Die Liste der Anschuldigungen ist lang: Probleme mit Immobilien, ausbleibende Zahlungen und mutmaßliche Täuschung.

Symbolbild Prozessakten / © Friso Gentsch (dpa)
Symbolbild Prozessakten / © Friso Gentsch ( dpa )

Nach einem Streit mit dem Bistum Regensburg um seinen Namen gerät der Landshuter Verein "Papst Benedikt XVI. Apostolische Mission" nun auch von staatlicher Seite unter Druck. Wie ein Sprecher der Landshuter Staatsanwaltschaft der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag sagte, wird gegen den Vereinsvorsitzenden unter anderem wegen Betrugsverdachts ermittelt. Zuerst hatte die "Landshuter Zeitung" berichtet.

Papst Benedikt XVI. steht auf der Gangway im Eingang des Flugzeugs und erhebt die Arme zu Abschied am 21. August 2005 auf dem Flughafen in Köln. / © Wolfgang Radtke (KNA)
Papst Benedikt XVI. steht auf der Gangway im Eingang des Flugzeugs und erhebt die Arme zu Abschied am 21. August 2005 auf dem Flughafen in Köln. / © Wolfgang Radtke ( KNA )

Der Verein wurde 2022 gegründet und gibt als Zweck unter anderem die Unterstützung von Geflüchteten aus der Ukraine an. In Stadt und Landkreis Landshut tritt der Verein als Wohnungsgeber für Geflüchtete auf. Die Ermittlungen richten sich gegen den Vorsitzenden persönlich, da nach deutschem Strafrecht nur natürliche, nicht aber juristische Personen strafbar gemacht werden können.

Wie die "Landshuter Zeitung" berichtet, soll es Probleme mit Immobilien geben. Demnach habe ein Münchner Geschäftsmann Anzeige erstattet, weil der Vorsitzende mit seiner Familie unrechtmäßig in seinem Haus in Ergolding leben soll. Er fühle sich getäuscht, da er den Mietvertrag wegen des "vertrauenserweckenden Namens" und in der Annahme eines kirchlichen Bezugs abgeschlossen habe. 

Blick auf Landshut / © Sina Ettmer Photography (shutterstock)
Blick auf Landshut / © Sina Ettmer Photography ( shutterstock )

Vereinbarungen seien nicht eingehalten worden, unter anderem seien Kaution und Miete nur teilweise oder gar nicht gezahlt worden. Eine Räumung blieb aus, die Polizei wurde eingeschaltet. Nach dem Zeitungsbericht beschäftigt der Verein auch andernorts Polizei und Behörden, etwa wegen Verdachts auf unrechtmäßige Nutzung von Immobilien und ausbleibender Zahlungen.

Exklusive Namensrechte beim Bistum

Im Januar verbot ein Gericht dem Verein, den Namen des verstorbenen Papstes Benedikt XVI. zu tragen. Der Verein war dem Bistum im Frühjahr 2024 aufgefallen. Die Diözese habe die Exklusivrechte an der Nutzung des Namens "Papst Benedikt XVI."; sie ist etwa Trägerin des "Instituts Papst Benedikt XVI.", das die Schriften des Werkes Joseph Ratzingers/Benedikt XVI. wissenschaftlich erforscht. Laut dem Anwalt des Bistums habe die Gruppe weder mit der Diözese noch mit der katholischen Kirche überhaupt etwas zu tun. 

Das geistliche Testament von Papst Benedikt XVI.

Am Tag seines Todes, dem Silvestertag 2022, hat der Vatikan das Geistliche Testament von Papst Benedikt XVI. veröffentlicht, das er bereits am 29. August 2006 verfasste. Die Katholische Nachrichten-Agentur dokumentiert den Text in der Originalfassung (in alter Rechtschreibung):

Papst Benedikt XVI. am 9. September 2006 in München. / © Markus Nowak (KNA)
Papst Benedikt XVI. am 9. September 2006 in München. / © Markus Nowak ( KNA )
Quelle:
KNA