Geplanter Umbau der Erfurter Augustinerkirche genehmigt

Kritik seit Beginn der Planung

Vier Millionen Euro teurer und Jahre später als geplant kann der Umbau der Erfurter Augustinerkirche bald starten. Laut dem Pfarrer wurde nun der Bauantrag genehmigt. Doch das Vorhaben steht weiterhin in der Kritik.

Augustinerkloster in Erfurt / © Diego Grandi (shutterstock)
Augustinerkloster in Erfurt / © Diego Grandi ( shutterstock )

Der seit dem Jahr 2022 geplante Umbau der Erfurter Augustinerkirche hat eine weitere Hürde genommen: Nach einer längeren Bearbeitungszeit sei der Bauantrag nun genehmigt worden, sagte Augustinerpfarrer Bernd Prigge der mitteldeutschen Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" am Freitag. Eingereicht worden sei der Antrag bereits im Mai vergangenen Jahres. Die Stadt Erfurt gab zum Verfahren auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) keine Auskunft.

Laut Prigge ist der Baustart für 2028 geplant, da das Augustinerkloster im nächsten Jahr sein 750-jähriges Bestehen feiert und die Bauarbeiten das Programm nicht stören sollen. Vorgesehen ist die Installation einer Chortreppe, die Wiederherstellung einer historischen Empore sowie der Einbau einer Heizung.

Für die Sanierung, die nach Angaben von Prigge innerhalb eines Jahres fertiggestellt sein soll, sind Kosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro veranschlagt. Als Eigentümerin der Augustinerkirche finanziert die evangelische Kirche Mitteldeutschland die Umgestaltung zur Hälfte mit. Während des Umbaus soll die Kirche für Besucher geöffnet bleiben.

Kritik an Umgestaltung

Um die Umgestaltung der 1277 errichteten und inzwischen evangelischen Augustinerkirche gibt es seit Beginn der Planungen Kritik. Zum einen war der Start der Arbeiten ursprünglich für 2023 vorgesehen und zunächst mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Zudem befürchten Kritiker, dass der Umbau geschichtliche und baukünstlerische Details zerstören könnte.

Im Mai vergangenen Jahres hatte darüber hinaus eine Arbeitsgruppe des Erfurter Geschichtsvereins die geplante Fußbodenheizung kritisiert. Diese stelle eine Gefahr für die Glasfenster der Kirche dar. Auch sprachen sie sich dafür aus, dass angesichts der Klimakrise frierende Kirchenbesucher lieber zur Decke greifen sollten.

Die gotische Augustinerkirche ist Teil eines früheren Klosters, in dem der spätere Reformator Martin Luther von 1505 bis 1511 als Mönch lebte, und somit eine der bedeutendsten Gedenkstätten der Reformation in Deutschland. Im Jahr 1850 tagte dort das Erfurter Unionsparlament, das die politische Einheit Deutschlands vorbereiten sollte.

Quelle:
KNA