Erzbischof Bentz will Prüfung der Rolle von AfD-Vertretern in Kirche

Einzelfallentscheidungen?

Der Erzbischof von Paderborn fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle von AfD-Mandatsträgern in kirchlichen Organisationen. Passen sie zur Kirche? Nach seiner Einschätzung zumindest nicht ohne kritische Überprüfung.

Archivbild: AfD-Wahlplakat / © Hendrik Schmidt (dpa)
Archivbild: AfD-Wahlplakat / © Hendrik Schmidt ( dpa )

"Die unantastbare Menschenwürde ist die Grundlage unseres freiheitlichen Zusammenlebens und der Glutkern unseres christlichen Glaubens", erklärte Udo Markus Bentz am Mittwoch im Table-Media-Podcast "Table Today" in Berlin. Wer Positionen der AfD vertrete, der widerspreche im Zweifel solchen christlichen Grundsätzen.

Einzelfallentscheidungen?

Laut Bentz müssen sich Kirchengemeinden, in denen sich AfD-Mandatsträger engagieren, fragen, ob deren Ansichten mit denen der Kirche vereinbar sind. "Das sind Einzelfallentscheidungen, es braucht das intensive Gespräch. Das ist oft genug schwierig, aber es braucht klare Konsequenz", so der Erzbischof. Dabei sei es egal, wie die Parteivertreter sich in den Gemeinden einbrächten - im Gemeinderat, im Kirchenvorstand oder als Religionslehrer.

Erzbischof Udo Bentz / © Daniel Pilar (KNA)
Erzbischof Udo Bentz / © Daniel Pilar ( KNA )

Die Wählerschaft der AfD nahm Bentz ausdrücklich von seiner Kritik aus. "Das Wahlgeheimnis ist etwas sehr Kostbares und ein hohes Gut in einer Demokratie. Wir müssen eher die Sorgen der Menschen aufnehmen und ernst nehmen."

Erzbistum Paderborn

Rund 4,8 Millionen Menschen leben im Erzbistum Paderborn, davon sind gut 1,3 Millionen katholisch. Das Erzbistum gliedert sich in 19 Dekanate mit 603 Pfarrgemeinden in 107 Seelsorgeeinheiten (Pastorale Räume / Pastoralverbünde / Gesamtpfarreien). 

Erzbistum Paderborn / © Bernd Thissen (dpa)
Erzbistum Paderborn / © Bernd Thissen ( dpa )
Quelle:
KNA