Ein Jahr nach einem Anschlag auf einen Demonstrationszug in München ruft der Münchner Erzbischof Reinhard Marx erneut zu Zusammenhalt auf: "Hassbotschaften und Hetze, für die manche das Leid nach diesem Anschlag instrumentalisierten, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz", sagte Marx auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Die Kirche wolle bei solchen Ereignissen ein Ort sein, an dem jeder Mensch mit seiner Trauer und seinen Ängsten aufgehoben sei, so der Kardinal weiter. "Der Münchner Dom, der ja Wahrzeichen der Stadt ist, in dem wir für die Opfer dieses Anschlags einen Gottesdienst feierten, ist auch ein Haus für alle Menschen, gleich welcher Religion oder Herkunft." Betroffene könnten dort nicht nur Trost finden, sondern die Gesellschaft versichere sich ihrer gemeinsamen Werte wie Solidarität, Nächstenliebe und Menschenwürde.
Gedenken am ersten Jahrestag
Am 13. Februar 2025 hatte ein 25-Jähriger ein Auto in eine Demonstration gesteuert. Eine Mitarbeiterin der Stadt München und ihre zwei Jahre alte Tochter starben. 44 Menschen wurden verletzt.
Mitte Januar wurde der Prozess gegen den Mann eröffnet. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm zweifachen Mord und 44-fachen Mordversuch vor und geht von islamistischem Terrorismus als Motiv aus. Das Urteil wird im Sommer erwartet.
Am ersten Jahrestag soll um 13 Uhr eine öffentliche Gedenkveranstaltung in der Seidlstraße 23-25 stattfinden. "Das Leid und die Folgen des Anschlags begleiten unsere Stadt bis heute – am Jahrestag werden Schmerz und Erinnerung besonders spürbar", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter "(SPD) laut Ankündigung.