Weihnachtsmesse bietet mitten im Februar Trends und Kuriositäten

Ja, ist denn heut' schon Weihnachten?

Gerade sind die ersten Schoko-Osterhasen in den Supermärkten zu finden, da machen sich Fachleute schon Gedanken um den Heiligabend. Ein Besuch auf einer weltweit wichtigen Fachmesse für Weihnachtsschmuck in Frankfurt.

Autor/in:
Christof Bock
Weihnachtsschmuck hängt auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz in Berlin / © Fabian Sommer (dpa)
Weihnachtsschmuck hängt auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz in Berlin / © Fabian Sommer ( dpa )

Während sich Millionen Menschen auf den nahen Karneval freuen und im Supermarkt die ersten Schoko-Osterhasen liegen, denken Experten für Deko und Kitsch schon über das nächste Weihnachten nach. Auf der weltweit bedeutenden Messe Christmasworld in Frankfurt zeigte die Branche bis Dienstag Trends und Kuriositäten.

Weihnachtsdeko an einem Wohnhaus / © Marion Sendker (DR)
Weihnachtsdeko an einem Wohnhaus / © Marion Sendker ( DR )

Unzählige rundliche Nikoläuse und Weihnachts-Elfen aus Glas, Holz, Plastik und Stoff haben dafür die nüchternen Frankfurter Messehallen in ein riesiges Weihnachtswunderland verwandelt. Überall blinken Adventskränze. Allerdings ist nirgends Musik zu hören, denn hier geht es für die rund 650 Aussteller aus über 100 Ländern um Geschäfte.

Kettensäge als Christbaum-Schmuck

Auch wenn die Christmasworld wichtige gemeinsame Trends präsentiert, etwa LED-Aventskränze und festliche Kerzen in den Modefarben Bernstein und Salbei: Großes Thema ist die extreme Individualisierung unserer Zeit. "Wir leben inzwischen doch alle in gesellschaftlichen Blasen", sagt Patricia Correia vom Londoner Baumschmuck-Hersteller Sass & Belle. Es gibt so ziemlich keinen Gegenstand, den sie nicht aus filigranem Glas gestaltet für den Tannenbaum anbieten. Kettensäge, Akkuschrauber, Playstation-Bedienung oder Tuschkasten. Der Weihnachtsmann tanzt im Spiderman-Kostüm oder fährt auf einem Motorroller Pizza aus. "Es ist schon etwas verrückt", sagt die Messevertreterin. Aber Weihnachten werde eben immer individueller.

Die Krippe kann blinken

Die Ausstellung reicht "von klassischen Sortimenten bis hin zu trendstarken Neuinterpretationen", wie es die Messegesellschaft zusammenfasst. Eine solche neue Version eines jahrhundertealten Brauchs bietet ein Krippenhersteller aus Südtirol an: Jesus, Maria und Josef sind aufwendig geschnitzt und zugleich gewagt modern - die heilige Familie hat keine erkennbaren Gesichtszüge. 

Papst Leo XIV. winkt nach einem Gebetsmoment vor der Krippe, die den Petersplatz im Vatikan schmückt.  / © Andrew Medichini/AP/dpa  (dpa)
Papst Leo XIV. winkt nach einem Gebetsmoment vor der Krippe, die den Petersplatz im Vatikan schmückt. / © Andrew Medichini/AP/dpa ( dpa )

Der Look ähnelt abstrakten Werken des Bildhauers Amedeo Modigliani (1884-1920). "Das Modell verkauft sich besonders gut in Skandinavien", so Luca Tescaro von der Schnitzerwerkstatt Ulpe. Sie hat auch ein Krippengebäude mit moderner LED-Beleuchtung im Programm - auf Wunsch blinkend.

Wenige Meter weiter dasselbe Motiv in klassisch, dafür aber viel größer. Die Familie von Betlehem ist an manchem Stand in lebensgroß samt ebensolchem Esel zu haben. Das Unternehmen von Messeverkäufer Giuseppe will nicht ganz so hoch hinaus, dennoch sind die liebevoll eingekleideten Maria und Josef mit dem neugeborenen Messias immerhin 80 Zentimeter hoch. Solche Weihnachtsriesen sind vor allem für Schaufenster gedacht. Giuseppe, der seinen Nachnamen nicht in der Presse lesen möchte, erklärt: "Aber es stellen sich auch immer mehr Menschen solche großen Figuren zu Weihnachten ins Wohnzimmer."

Weihnachten

Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Wann genau vor etwa 2.000 Jahren Jesus geboren wurde, ist nicht bekannt. Die Feier des 25. Dezember als Geburtsfest Jesu ist erstmals für das Jahr 336 in Rom bezeugt.

Weihnachten heißt so viel wie heilige, geweihte Nächte. Die Geburt Jesu bedeutet nach christlichem Verständnis die Menschwerdung Gottes; in Jesus hat sich Gott den Menschen mitgeteilt, sich in ihre Geschichte hinein begeben, sich ihrer erbarmt und ihnen Heil geschenkt. Deshalb gilt Weihnachten als Fest der Liebe.

Weihnachtsbaum / © Bernd Weissbrod (dpa)
Weihnachtsbaum / © Bernd Weissbrod ( dpa )
Quelle:
KNA