Domkapitular Hans-Josef Radermacher stellt in seiner Predigt am Gedenktag der heiligen Scholastika ihren Bruder, den Ordensgründer und "Mönchsvater" Benedikt, und sie gegenüber.
Benedikt stehe für Ordnung, Regel und Gesetz, die ihm Halt und Orientierung gäben. Scholastika lehre dagegen eine tiefere Freiheit, die aus der Liebe wachse. Anhand der bekannten Erzählung vom Gewitter macht Radermacher deutlich, dass Scholastika nicht argumentiere oder rebelliere, sondern ihr Herz vor Gott ausschütte. Ihr Gebet werde erhört, weil sie mehr liebe: "Jene vermochte mehr, weil sie mehr liebte.“ Daraus folge für heute die Frage, ob Gläubige manchmal Regeln über Menschen stellten. Scholastika vollende die Ordnung, indem sie zeige, dass Regeln ohne Liebe leer seien und Gebet Raum für echte Nähe schaffe.