Mit dem MiQua LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln entsteht vor dem Historischen Rathaus ein Museum, das künftig die römische, mittelalterlich-jüdische und christliche Geschichte Kölns an einem Ort erlebbar machen wird. Das Projekt vereint zentrale Epochen der Stadtgeschichte und macht sie in einem archäologischen Kontext zugänglich.
Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern wird das Museum nach einem Entwurf des Architekturbüros Wandel Lorch Architekten realisiert. Der Neubau integriert sich in das historische Umfeld des Rathausplatzes und erschließt die archäologischen Befunde ober- und unterirdisch.
Derzeit sind etwa 60 Fachkräfte aus verschiedenen Gewerken mit der Fertigstellung der schützenden Gebäudehülle beschäftigt. Diese umschließt das sogenannte "Museum im Quartier", das sich sowohl über als auch unter dem Rathausplatz erstreckt.
Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das MiQua über insgesamt 6.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche verfügen. Ein rund 700 Meter langer Parcours verbindet das neue Museum mit dem römischen Praetorium zu einem durchgehend barrierefreien Rundgang.
Für die bauliche Umsetzung waren umfangreiche technische Maßnahmen erforderlich: Insgesamt wurden 5.000 laufende Meter Erdreich zerbohrt. Allein für die Bodenplatte kamen 2.800 Kubikmeter Beton zum Einsatz. Die Platte ist zwischen 46 und 50 Zentimeter stark und enthält mehr als 610 Tonnen Bewehrungsstahl. In ihr sind 6,6 Kilometer Heizungsrohre, 820 Meter Lüftungsleitungen sowie 19,2 Kilometer Elektroleitungen verlegt. Gleichzeitig dient die Bodenplatte als Decke für die unterirdischen Ausstellungsbereiche.
Die statische Sicherung des Bauwerks erfolgte durch 393 Bohrpfähle, die bis zu 36 Meter tief in das Erdreich reichen und das Museum dauerhaft stabilisieren. (Stadt Köln, 2025)