Hühnchen süß-sauer, Frühlingsrollen und kleine Teigtaschen: So lautete die übliche Bestellung von Kardinal Robert Francis Prevost, heute Papst Leo XIV., bei seinem Lieblings-Chinesen nahe dem Vatikan.
Bevor der gebürtige Chicagoer am 8. Mai zum Papst gewählt wurde, kehrte er regelmäßig im "Kungfu Express" ein, berichtete Restaurantbesitzer LinNing Tang am Mittwoch dem "National Catholic Reporter". "Und er aß sehr geschickt mit Stäbchen", so der Gastronom.
"Viele Kardinäle wohnen in der Nähe, daher essen sie manchmal hier oder bestellen Essen zum Mitnehmen", erzählt Tang; daher waren Prevosts Besuche nichts Ungewöhnliches. Der Kardinal, der auch lange in Peru gelebt hat, habe immer gelächelt, die anderen Gäste im Restaurant begrüßt und das Essen gelobt. Und dann stand der Geistliche am Wahlabend auf dem Mittelbalkon des Petersdoms: "Ich hätte nie gedacht, dass er der zukünftige Papst wird", sagt Tang. "Es ist wirklich ein Segen."
"Engel wie Papst Leo empfangen"
Vor Kurzem habe einer der Schweizergardisten, häufige Kunden im Kungfu Express, Grüße vom Papst persönlich bestellt, freut sich der Besitzer und weist auf einen gerahmten Bibelvers an der Wand des Schnellrestaurants: "Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben manche, ohne es zu wissen, Engel beherbergt". "Es ist unser Motto, dass wir unsere Gäste mit Liebe behandeln", sagt Tang. "Ohne es zu ahnen, haben wir Engel wie Papst Leo empfangen."
Er selbst sei sehr dankbar für das Christentum in seinem Geburtsland China. "Der Katholizismus brachte nicht nur Gott nach China, sondern auch Wissen, Kunst, Mathematik und Physik und umgekehrt", sagt der Gastronom. Darüber würde er auch sehr gerne mit Papst Leo sprechen: "Es ist sehr schwer, aber ich hoffe, dass er wieder einmal in unser Restaurant kommt."