Die Caritas warnt vor zunehmenden Gewalttaten gegen Menschen, die sich beruflich oder ehrenamtlich für andere einsetzen, und fordert einen umfassenden Schutz für alle Helfenden.
Die von der Bundesregierung geplante Strafrechtsreform sei unzureichend, sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa am Mittwoch. "Gewalt gegen Helfende ist nicht hinnehmbar, unabhängig davon, ob diese haupt- oder ehrenamtlich tätig sind."
Realität nicht ausreichend abgebildet
Die Caritas kritisiert, dass der Gesetzentwurf den strafrechtlichen Schutz nur für einzelne klar definierte Berufsgruppen verschärfe. Damit werde die Realität sozialer Arbeit nicht ausreichend abgebildet.
Auch Sozialarbeiterinnen, Mitarbeitende in der Wohnungslosenhilfe, Beratende, Pflegekräfte oder Ehrenamtliche, die Geflüchtete begleiten, seien regelmäßig Gewalt und Bedrohungen ausgesetzt, so die Caritas. Wer Verantwortung für andere übernehme, verdiene Schutz, unabhängig von Berufsbezeichnung, Ausbildungsabschluss oder Status, teilte der Verband mit.
Statt weiterer Strafverschärfungen fordert die Caritas vor allem Prävention und bessere Rahmenbedingungen. "Was wirksam schützt, sind ausreichende Personalausstattung, verbindliche Schutzkonzepte und Deeskalationstrainings für Mitarbeitende und Ehrenamtliche", so Welskop-Deffaa weiter.