Besuch des Trevi-Brunnens kostet nun Eintritt

Für zwei Euro in die erste Reihe

Rom bremst den Ansturm auf eines seiner bekanntesten Wahrzeichen. Seit Montag kostet der Zugang zum Trevi-Brunnen zwei Euro. Dafür gibt es kein Gedränge mehr, aber dafür einen Premiumblick und Zeit für ein Foto.

Autor/in:
Severina Bartonitschek
Trevibrunnen in Rom / © Tsuguliev (shutterstock)

Viel Zeit können sich zahlungsbereite Besucher des Trevi-Brunnens am Montag für Gruppenfotos und Selfies nehmen. 

Der Zugang zum Innenbereich der berühmten römischen Sehenswürdigkeit ist seit dem Morgen nur noch mit Eintrittskarte möglich. Die meisten Touristen bleiben hinter der neuen Absperrung aus Drängelgittern und Textilband. "Eigentlich ist der Blick von oben auf den Brunnen sowieso besser", sagt ein Schweizer Besucher.

Zugang von 9 bis 22 Uhr kostenpflichtig

Dennoch hat er vier Euro für zwei Tickets gezahlt, um mit seiner Tochter ein paar Bilder direkt am Beckenrand zu schießen. Am "Eröffnungstag" ist der Zugang von 9 bis 22 Uhr kostenpflichtig, genauso am Wochenende. An Werktagen gilt die Ticketpflicht zwischen 11.30 Uhr und 22 Uhr. 

Rom: Touristen am Trevi-Brunnen, im Vordergrund weist ein Schild auf den fälligen Eintritt von zwei Euro hin / © Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press (dpa)
Rom: Touristen am Trevi-Brunnen, im Vordergrund weist ein Schild auf den fälligen Eintritt von zwei Euro hin / © Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press ( dpa )

Die Eintrittskarten für zwei Euro pro Person können online erworben werden, in den städtischen Museen sowie in den Touristen-Informationsstellen. Ein Zeitfenster des Besuchs muss nicht festgelegt werden.

Hohes Personalaufgebot

Auch direkt am Brunnen gibt es die Tickets. Neben dem Denkmal steht Personal mit Geräten zur mobilen Zahlung bereit. Auf dem Beleg ist ein QR-Code zu sehen, der am Eingang gescannt wird. Lange anstehen muss am ersten Tag niemand. Direkt nach dem Ticketkauf geht es die Stufen hinunter zum Brunnen mit den gigantischen weißen Marmorfiguren. 

Neben Fotos ist dort auch der berühmte Münzwurf Brauch: Wer ein Geldstück über die Schulter in das Wasserbecken wirft, soll in die Ewige Stadt zurückkehren, heißt es.

Manche Personen seien etwas verwirrt wegen der neuen Vorkehrungen, erzählt ein Ordner. Immer wieder muss er Besucher davon abhalten, den Innenbereich durch den Ausgang – und ohne Ticket – zu betreten. Doch Chaos habe es keines gegeben, sagt eine Ticketkontrolleurin. Wütende Reaktionen auf die neue Regelung seien bislang ausgeblieben.

Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi) in Rom / © DavidCarpio (shutterstock)
Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi) in Rom / © DavidCarpio ( shutterstock )

Neben den offiziellen Ticketverkäufern sorgen 15 Mitarbeiter für Sicherheit rund um die Wasserspiele, die täglich von rund 30.000 Menschen besichtigt werden. In Spitzenzeiten sind es bis zu 70.000 Besucher. Mit den neuen Zugangsbeschränkungen will die Stadt Rom eine Überfüllung am Brunnenrand verhindern - nicht zuletzt zum Schutz des im Jahr 1762 fertiggestellten Monuments.

Keine Menschenmassen

Die befürchteten Menschenmassen bleiben an diesem sonnigen Februartag aus. Diszipliniert rotieren die Schaulustigen an der Absperrung oberhalb des Brunnens – auch eine Schulklasse aus der Nähe von München. Die Einführung des Eintrittsgeldes fällt auf den ersten Tag ihrer Klassenfahrt nach Rom. 

Darum gibt es für sie keinen Blick vom Beckenrand. "Ist halt so", sagt die Lehrerin schulterzuckend. Eine Münze, bemerkt ein Schüler, könne man schließlich auch aus der Distanz werfen – mit ganz viel Schwung.

Quelle:
KNA