Papst Leo XIV. hat am Montag Portugals scheidenden Staatspräsidenten Marcelo Rebelo de Sousa in Audienz empfangen. Das teilte der Vatikan ohne nähere Erläuterungen mit. Papst Franziskus (2013-2025) hatte den Politiker bei seinem Portugal-Besuch im August 2023 in Lissabon getroffen.
Rebelo de Sousa (77) ist seit März 2016 Präsident des südeuropäischen Landes und steht am Ende seiner zweiten Amtszeit. Bei der Wahl um seine Nachfolge am 18. Januar erreichte kein Kandidat die erforderliche absolute Mehrheit. Die Stichwahl am 8. Februar bestreiten António José Seguro, Kandidat der Sozialistischen Partei, und André Ventura von der rechtspopulistischen Chega-Partei.
Gesprächsthema Sterbehilfe?
Ein Gesprächsthema zwischen dem Papst und dem Staatsoberhaupt könnte der Umgang mit aktiver Sterbehilfe gewesen sein. 2023 hatte das portugiesische Parlament mit einer linken Mehrheit ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Umgesetzt wurde es aber nicht, da Rebelo de Sousa sein Veto einlegte und das Verfassungsgericht einschaltete. Dieses erklärte das Sterbehilfegesetz im April 2025 in dieser Form für verfassungswidrig.
Im semipräsidentiellen System Portugals verfügt der Präsident als Staatsoberhaupt über weitreichende Befugnisse. Regierungschef ist seit April 2024 Luís Montenegro, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei.